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Nun steht Lebensretter im Lebenslauf

Ronnenberg Nun steht Lebensretter im Lebenslauf

Die ehemalige Freiwilligendienstleistende Maria Opel hat während ihrer Zeit bei den Johannitern in Ronnenberg Erste-Hilfe-Kurse für Kita-Kinder entwickelt. Dabei hat sie Selbstbewusstsein gesammelt und gelernt, wie selbstständig schon die Jüngsten Ersthelfer denken.

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Die ehemaliger FSJlerin Maria Opel (rechts) mit ihren Kollegen Luciano Max Schiavone (links) und Kevin Etzrodt (Mitte).

Quelle: Johanniter/Stefan Simonsen

Ronnenberg. Was tun nach der Schule? „Ich wusste nicht so genau, was ich machen soll“, sagt Maria Opel. „Ich war gerade 19 Jahre alt, hatte noch nichts großartiges erlebt und wollte dann nicht quasi direkt zur nächsten Schule.“ Die Lösung fand sie bei den Johannitern in Ronnenberg. Nachdem sie dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr beendet hat, fühlt sie sich selbstbewusster und um einige Erfahrungen reicher. „Ich hatte damals immer Probleme, vor Leuten zu reden“, sagt die heute 20-Jährige. Kleine Stockfehler hätten sie schon in der Schulzeit bei Vorträgen schnell aus dem Konzept gebracht. „Inzwischen lache ich darüber“, sagt Opel.

Vor fremden Menschen reden war während der zwölf Monate im Freiwilligendienst Opels Hauptaufgabe, denn sie schulte Teilnehmer in den Kursen zur Ersten Hilfe. Das macht sie auch nach dem Ende des FSJ auch heute noch ehrenamtlich. Später verlagerte sie sogar die Zielgruppe: Unter der Aufsicht von Dienststellenleiter Christian Bauer hob sie das Projekt „Ersthelfer von morgen – Kita“ aus den Kinderschuhen. „Man spielt viel, tastet sich ran und versucht zu gucken, wie weit die Kinder schon sind“, erklärt Opel die Seminare für die Kleinsten. So wollen die Johanniter schon frühzeitig für das Thema Lebensrettung sensibilisieren. „Wir schauen, was sie unter dem Rettungswagen verstehen oder ob sie die Nummer 112 kennen“, sagt die 20-Jährige. Spaß hätten die Jungen und Mädchen auch daran, Verbände zu legen.

Kita-Projekt wird angenommen

Bei Besuchen in einer Kita der Johanniter in Wunstorf schaute Opel, inwiefern sie mit den Kita-Kindern schon über Blaulicht, Notärzte und Sanitäter sprechen könne. Mit der Leiterin Lisa Weithäuser von der Kita Märker Strolche in Wenniger Mark erarbeitete sie das Konzept für ihre Seminare. Inzwischen ist das Projekt fest im FSJ der Johanniter integriert – zwei FSJler geben die Kurse in den Betreuungseinrichtungen. „Von Februar bis Juli habe ich alleine schon über 50 Kurse gemacht“, sagt Opel. „Und das läuft jetzt noch stärker.“

Beeindruckt habe sie bei der Arbeit mit Kindern, wie selbstständig diese eigentlich schon in jungen Jahren seien. „In Wunstorf haben wir von der Kita aus mal eine Künstlerwerkstatt besucht“, erinnert sich Opel. Dabei hätten sie die Kinder verblüfft. „Die wussten schon alles, waren total selbsständig und haben sogar mir Sachen erklärt“, sagt sie.

Nach dem einjährigen Gastspiel bei den Johannitern hat die Hannoveranerin nun eine neue Aufgabe gefunden: Sie will sich für ein Studium der Innenarchitektur bewerben. Und auch, wenn das inhaltlich rein gar nichts mit ihrem FSJ zu tun hat, will sie die Zeit nicht missen. „Und das medizinische ist Gold wert“, sagt sie. Und ein Jahr als Lebensretter mache sich auch gut im Lebenslauf.

FSJler im Einsatz: Erste Hilfe, Notrufe, Fahrdienste

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) ab dem Sommer 2017 suchen die Johanniter in Ronnenberg insgesamt zehn Schulabsolventen. Ein Abitur ist dabei nicht notwendig, mit einem Führerschein sind die Einsatzmöglichkeiten allerdings vielfältiger: Bei Fahrdiensten können Patienten transportiert werden, bei einem Notruf ist auch der Einsatz im Ernstfall Teil der Arbeit. Elementar ist auch die Verbreitung von Erste-Hilfe-Praktiken an Jugendliche und Erwachsene – im Johanniter-Projekt „Ersthelfer von Morgen – Kita“ sogar bei den Kleinsten. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0800) 0019214 (gebührenfrei) oder per Mail an fsj.niedersachsenmitte@johanniter.de.

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Für das aktuelle Team der FSJler suchen die Johanniter nun Nachfolger.

Quelle: Johanniter/Stefan Simonsen

Von Nils Oehlschläger

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