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Fremdsein: Schüler erzählen

Empelde Fremdsein: Schüler erzählen

Siebtklässler der Marie-Curie-Schule gewinnen den HAZ-Schreibwettbewerb mit einem sehr authentischen Interview über das Fremdsein in der Heimat.

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Die Siegerklasse der Marie-CurieSchule zeigt stolz die Urkunde des HAZ-Schreibwettbewerbs.

Quelle: Nils Oehlschläger

Empelde. Aufregend sei es bei der Preisverleihung in Hannover gewesen, sagt Bünyamin Bulut. Der 13-Jährige hat mit seinen Mitschülern aus der Klasse 7G4 beim Schreibwettbewerb der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung den ersten Platz der Jahrgänge sieben bis neun belegt. „Als wir wussten, dass wir gewonnen haben, waren wir sehr erleichtert“, erzählt der 13-jährige Julian Rosenhahn. Die Klassenlehrerin Maria Grotemeier ergänzt: „Zurück in der Schule sagten die Kollegen, die Schüler seien gefühlt um zehn Zentimeter gewachsen – so sehr hat man den Stolz an ihrer Körpersprache erkennen können.“

Die Pädagogin freut sich über den Erfolg der Klasse. Etliche Schüler, auch jene mit Migrationshintergrund, seien sehr gut, sehr fleißig und ehrgeizig obendrein. „Sie sprechen und schreiben fehlerlos deutsch“, berichtet die Lehrerin. Der Begriff „Fremd“ sei in der Klasse schon besprochen worden, bevor die Schüler zum selben Thema einen Text für den Schreibwettbewerb der HAZ erarbeitet hätten, sagt Grotemeier. Besonders Bünyamin Bulut habe in den vergangenen Monaten angeregt, über das Fremdsein und die Lage der Flüchtlinge zu diskutieren. So habe man sich entschieden, die Diskussion in einem Interview zu verschriftlichen und beim Wettbewerb einzureichen.

Warum sich die Klasse für diese Textform entschieden hat? „Ein Interview ist sehr persönlich“, sagt der zwölfjährige Marlo Woll. Und eben diese persönlichen Erfahrungen haben die Jury der HAZ besonders begeistert. Diese wertete den Text der 7G4 als ein sehr authentisches Interview, vor allem wegen der Sprachperspektive. Diese sei spannend gewählt und habe zudem erschreckende Ergebnisse aufgezeigt.

„Wir haben in unserer Klasse Schüler aus verschiedenen Ländern“, sagt Marlon Woll, „und die fühlen sich überhaupt nicht fremd.“ Dennoch seien in den vergangenen Monaten immer wieder Leute auf die Jungen und Mädchen zugekommen und hätten gefragt, aus welchen Land sie denn kämen. Ein Junge sei auf seinem Heimflug aus Bulgarien von einer Frau gefragt worden, was er denn in Deutschland wolle. Dabei sei er doch auf dem Weg nach Hause gewesen.

„Wir haben durch das Interview Dinge über einander erfahren, die wir vorher nicht wussten“, sagt Bünyamin Bulut. Und sein Mitschüler Julian Rosenhahn merkt an: „Ich glaube, das hat unsere Gruppe noch weiter gestärkt.“

Von Nils Oehlschläger

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