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Für Goldschmiede ist Ronnenberg ein Schmuckstück

Ronnenberg Für Goldschmiede ist Ronnenberg ein Schmuckstück

Goldene Mitte und schmucker Treffpunkt: Für die Innung der Gold- und Silberschmiede im Großraum Hannover entwickelt sich Ronnenberg immer mehr zum zentralen Standort für Versammlungen und Festakte. In der Lütt-Jever-Scheune übergab der Innungsbezirk jetzt bei einer Freisprechung fünf Gesellenbriefe.

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Detlev Wegner (hinten, Mitte) präsentiert mit den Innungsvertretern nach der Freisprechung die frisch gebackenen Gesellen aus Hannover. Die Gesellenstücke (siehe Bildergalerie) sind als Kette und Armreif kreativ und verkaufstauglich.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Der Ronnenberger Goldschmied Detlev Wegner ist sicher nicht ganz unbeteiligt an der Entscheidung des Innungsbezirks, auch die feierliche Freisprechung der fünf neuen Gesellen nach Ronnenberg zu verlegen. Trotzdem wiegelt er ab: „Die Lütt-Jever-Scheune etabliert sich seit drei Jahren zunehmend als Versammlungsort der Innung Hannover“, sagt Wegner. Das sei auch der guten Bewirtung geschuldet. Der Standort sei außerdem für die Vertreter der rund 50 Innungsbetriebe zwischen Hannover und Hameln anreisetauglich und deshalb auch sehr beliebt, sagt Wegner.

Er spielte jedoch beim jüngsten Festakt auch keine unwesentliche Rolle. Wegner ist Mitglied des Prüfungsausschusses und deshalb gemeinsam mit Goldschmied Günther Meyer aus Hameln für die Begutachtung der Gesellenstücke zuständig. Gleichwohl: Von den fünf frisch gebackenen Gesellen kommt niemand aus Ronnenberg oder der näheren Umgebung. „Alle aus Hannover“, sagt Petra Marklein-Paas, die Obermeisterin der Gold- und Silberschmiedeinnung Hannover.

Was überrascht: Offenbar hat der Innungsbezirk keine Nachwuchssorgen. „Es gibt genügend Interessenten, aber wenig Ausbildungsplätze“, sagt Wegner. Von den rund 50 Innungsfirmen seien nur etwa zehn Ausbildungsbetriebe. Pro Jahr würden durchschnittlich fünf neue Gesellen freigesprochen. „Im Süden gibt es bessere Ausbildungsmöglichkeiten“, sagt Designerin Martina Palstring, die für den theoretischen Unterricht der Azubis zuständig ist.

Besonders auffällig: Die neuen Gesellen sind im Durchschnitt etwas älter, als andere Handwerksgesellen, viele sind Quereinsteiger aus anderen Berufsrichtungen. „Ich war vorher in der Pflege und wollte wie die meisten der Azubis etwas kreatives machen“, sagt die 27-jährige Anna Althoff aus Hannover-Lindern. Ein jahrelanger Berufswunsch war die Goldschmiedekunst für keinen der fünf Gesellen.

Der Ronnenberger Goldschmied Wegner kann das auch gut nachvollziehen. „Internet und Kaufhäuser sind große Konkurrenz. Spezialanfertigungen werden bei Schmuckstücken immer seltener. Die Branche ist kein Zuckerschlecken“, sagt er. Das haben auch die neuen Gesellen in der dreieinhalbjährigen Ausbildung bemerkt: Edelsteinkunde, sauberes Sägen, Feilen und Löten sind aber nicht die große Schwierigkeit. „Die Entwürfe und Umsetzungen dürfen schon in der Prüfung nicht zu bieder sein, nicht zu abgedreht, sondern tragbar und verkaufstauglich“, sagt Wegner.

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Von Redakteur Ingo Rodriguez

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