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Hagacker: Stadt nimmt Sorgen ernst

Ronnenberg Hagacker: Stadt nimmt Sorgen ernst

Rennstrecke, Schleichweg und spät abends Ruhestörungen vor dem Kiosk: Die Straße Hagacker im Ronnenberger Stadtkern ist nach zunehmenden Beschwerden von Anwohnern ins Visier der Stadtverwaltung geraten. Die Stadt nimmt die Sorgen der Bürger ernst und überprüft zurzeit intensiv verschiedene behördliche Schritte.

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Beliebte Abkürzung? Anwohnern zufolge sollen etliche Autofahrer die Straße Hagacker nutzen, um zügiger zur Langen Reihe zu kommen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Die etwa 500 Meter lange Strecke von der Gehrdener Straße bis zur Velsterstraße wirkt auf dem ersten Blick unscheinbar: gut überschaubar, enge Fahrbahn wegen parkender Autos, Tempo-30-Zone. Schwer vorstellbar, dass der Hagacker von Autofahrern genutzt wird, um zügig voranzukommen.

Trotzdem sind die Sorgen der Anwohner nicht neu. Und offenbar nehmen die Beschwerden in jüngster Zeit zu. „Seitdem die Einbahnstraßenregelung in Richtung Gehrden vor etwa zehn Jahren aufgehoben wurde, hat der Verkehr immer mehr zugenommen“, sagt Anwohnerin Martina Arendt.

Auch andere Anwohner in der Nachbarschaft beobachten in jüngster Zeit vermehrt, dass Autofahrer von der Gehrdener Straße über den Hagacker fahren, um die Strecke als Schleichweg und Abkürzung zur Langen Reihe zu nutzen. „Und wenn die Autos bei uns einbiegen, haben sie meist hohes Tempo“, sagt Arendt.

Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms hat eine Vermutung, warum möglicherweise der Schleichverkehr zugenommen haben könnte: Vor etwa einem Jahr sei für die Verlängerung der Gehrdener Straße vor dem Supermarkt neben dem Heimatmuseum für Autofahrer Tempo 30 angeordnet worden. „Weil dort nicht mehr 50 Stundenkilometer erlaubt sind, könnte der Hagacker als Abkürzung reizen“, sagt Harms.

Die Stadt nimmt die Sorgen der Anwohner ernst. Vor wenigen Tagen wurde auf der Fahrbahn des Hagackers die Tempo-30-Markierung erneuert und mit frischer Farbe an den Einmündungen versetzt aufgetragen. Unbürokratisch und nahezu unbemerkt wurde in der vergangenen Woche nach Hinweisen in einem Ausschuss außerdem an fünf Tagen mit einem Messgerät die Anzahl und Geschwindigkeit der Autos überprüft. „Die Ergebnisse liegen in den nächsten Tagen vor, noch wird ausgewertet“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler. Er sagt aber: „Vor einem Jahr wurden dort bei einer Messung kaum Verstöße und Auffälligkeiten registriert.“ Gemessenes Durchschnittstempo damals: 31 bis 33 Kilometer pro Stunde.

Zehler erinnert auch daran, dass es sich um ein Mischgebiet mit Geschäften, Betrieben und Anlieferverkehr handelt. „Das muss man bedenken.“ Trotzdem hat die Stadt nach Beschwerden auch den dortigen Kioskbetreiber gebeten, zu den Vorwürfen über Ruhestörungen in den Abendstunden vor dem Laden Stellung zu nehmen. Eine Außenbewirtschaftung sei dort nicht gestattet, sagt Zehler. Die Stadt will die Antwort abwarten und denkt wegen der Lärmbelästigung über behördliche Anordnungen nach.

Bei einigen Kunden des Kiosks stoßen diese Vorwürfe offenbar auf wenig Verständnis. Anwohner sollen bereits auf der Straße wegen möglicher Beschwerden verbal bedrängt worden sein - so auch ein Ehepaar, das sich in einem Ausschuss lediglich über die Raserei beschwert hatte. „Wir haben nichts gegen den Kiosk und sind dort selber Kunden“, stellt die betroffene Anwohnerin Arendt klar.

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