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Dückering zieht seit 50 Jahren alle Register

Empelde Dückering zieht seit 50 Jahren alle Register

Seit einem halbem Jahrhundert tonangebend: Der 66-jährige Kirchenmusiker Heiko Dückering feiert ein seltenes Jubiläum. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist seit 50 Jahren für die Johannesgemeinde in Empelde als Organist im Einsatz. Und er leitete nahezu genau so lange den erst vor zwei Jahren aufgelösten Kirchenchor.

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Seit fünf Jahrzehnten als Organist auf der Empore: Der pensionierte Gymnasiallehrer Heiko Dückering freut sich über sein Jubiläum als langjähriger Kirchenmusiker der Johannesgemeinde in Empelde.

Quelle: Ingo Rodriguez

Empelde. Sein musikalischer Werdegang klingt für einen Kirchenmusiker nicht ungewöhnlich: Seit dem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht, geprägt durch die Familie, schon als Achtjähriger mit der Mutter zu den wöchentlichen Proben des Kirchenchores in einem umgebauten Schweinestall an der Häkenstraße, mit zwölf Jahren die ersten Orgelstunden in der alten Kapelle an der Stillen Straße, später Musikstudium in Hannover.

Trotzdem - allein schon Dückerings Alter verrät: Es war ein blitzartiger Aufstieg zum musikalischen Chef der evangelischen Kirchengemeinde. Schließlich ist er trotz des seltenen Jubiläums erst 66 Jahre alt. "Ich wurde im Spätherbst 1965 als 16-Jähriger von Pastor Forwergk gebeten, die Nachfolge von Ingeborg Meyer anzutreten", erinnert sich Dückering. Die damalige Kirchenmusikerin hatte Empelde der Liebe wegen verlassen. "Im Januar 1966 habe ich meinen ersten Vertrag als nebenberuflicher Kirchenmusiker unterschrieben", sagt Dückering. Zwei Jahre zuvor war die Johanneskirche gebaut worden.

Dückerings Weg war vorgezeichnet. Als Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums habe er bereits ein selbst gegründetes Klassenorchester dirigiert. Als 16-Jähriger leitete er dann auch als Dirigent der Gemeinde genau den Empelder Kirchenchor, in dem er bis zu seinem Stimmbruch als Sänger alle Stimmlagen ausprobiert hatte - und zwar bis zur Auflösung der Gruppe aus Altersgründen vor zweieinhalb Jahren.

Es hätte aber auch ganz anders kommen können: "Eigentlich wollte ich Orchestermusiker werden", verrät Dückering. Er spielt seit seinem zehnten Lebensjahr auch Cello, hatte in Hannover zunächst angefangen, diesen Schwerpunkt zu studieren. "Aber nur drei Semester, dann bin ich umgeschwenkt auf Schulmusik - und bin Gymnasiallehrer für Musik und Geschichte geworden", sagt der pensionierte Pädagoge. Bis 2014 hatte er in Springe unterrichtet. Die Gründe für die Entscheidung zugunsten des Lehrerberufes? "Vielleicht war mir die Beamtenlaufbahn sicherer", sagt Dückering.

Ohnehin räumt der zurückhaltende Organist ein: "Ich hatte nie ein aufregendes Hobby, sondern die Musik war mein Leben." Deswegen denkt Dückering auch noch nicht daran, seinen Platz auf der Empore zu räumen. "Es macht mir Spaß - auch ohne Chorleitung", sagt er. Taufen, Beerdigungen, Trauungen, Gottesdienste - in seiner Studienzeit hatte Dückering aber viel Abwechslung. "Bei Konzertreisen habe ich als junger Cellist spannende Dinge erlebt", sagt Dückering. 1973 begleitete er in den Semesterfereien Schlagersängerin Vicky Leandros auf Tournee, 1974 James Last. "Für 200 Mark pro Abend", sagt Dückering.

Dass er bis heute der Kirchengemeinde treu geblieben ist, soll am Sonntag, 14. Februar, um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst belohnt werden. "Mit vielen musikalischen Gästen und einem Empfang", weiß Dückering.

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