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Es mal so richtig krachen lassen

Empelde Es mal so richtig krachen lassen

Das neue Jahr wird traditionell mit lautem Knall und viel Getöse begrüßt. Beim Einkauf der Feuerwerkskörper fällt auf: Viele kaufen Knaller und Raketen, weil’s den Kindern Freude bereitet – oder weil es einfach dazu gehört.

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Mika (links, 6), Jule (9) und Luka (3) sind 
mit Böllern und Raketen ausgestattet.

Quelle: Nils Oehlschläger

Empelde. Funkensprühende Pyramiden, Knallfrösche und Raketen – die Auswahl an Silvesterfeuerwerk ist groß. Offensichtlich beschränken sich die meisten Käufer jedoch auf das Wesentliche. „Von mir aus wäre Feuerwerk nicht nötig“, sagt Birgit Domrowe, während ihr Mann Reinhard die Einkäufe im Kofferraum des Autos verstaut. Darunter befindet sich auch eine Packung Raketen. „Es gehört irgendwie dazu, ist eine Tradition – und das war’s“, sagt Reinhard Domrowe. „Von Jahr zu Jahr wird es weniger.“ Für das Ehepaar aus Empelde spielt Feuerwerk eher eine untergeordnete Rolle – auch aus Rücksicht auf ihre Haustiere. „Die Katzen sind dann natürlich sehr verschreckt“, sagt Birgit Domrowe. „Ich bin dann die ganze Nacht am Streicheln.“

Auch Gahzi Siala aus Badenstedt hat lediglich eine Packung Raketen gekauft. „Das ist aber viel weniger als im letzten Jahr“, sagt der Familienvater. Da er mit seiner Partnerin jüngst Nachwuchs bekommen hat, fällt das Feuerwerk in diesem Jahr eher bescheiden aus. Siala will heute Nacht lediglich kurz allein aus dem Haus gehen, um die Raketen abzufeuern. Ganz darauf verzichten möchte er allerdings nicht, „aus Spaß an der Freude und weil es dazu gehört“, sagt Siala.

Die Sache mit dem Silvesterfeuerwerk hat sich bei einer 30-jährigen Frau aus Weetzen genau entgegengesetzt entwickelt. Jetzt, wo sie eine Familie habe, kaufe sie zum ersten Mal Knaller und Raketen ein. „Meine Tochter findet das schön“, sagt die junge Frau. In ihrem Einkaufswagen liegen Riesenwunderkerzen, Tischfeuerwerk und eine große Feuerwerksbatterie. „Da muss man nicht viel tun, und die sind auch nicht so gefährlich“, sagt sie.

Begeistert vom Feuerwerk ist auch Christina Dulko aus Ronnenberg. In diesem Jahr feiert sie den Jahreswechsel im engsten Familienkreis. Ihr Mann und sie lieben das bunte und lautstarke Spektakel – und auch der Nachwuchs macht bei der Knallerei gern mit. „Ich habe meinem Sohn gestern eine Packung Raketen mitgebracht“, sagt Dulko, „da hat er sich sehr gefreut.“

Auch Dirk Finke und Maike Kulins haben das Feuerwerk ausschließlich für ihre Kinder gekauft. „Bevor die Kinder da waren, sind wir eher auf Silvesterfeiern gegangen“, sagt Vater Dirk Finke. Heute Abend bleibt die Familie zu Hause – und hat mit einer bunten Packung Raketen, Böllern, Leuchtknallern und Tischfeuerwerk für den Jahreswechsel vorgesorgt. „Wir wollen eher etwas fürs Auge“, sagt Mutter Maike Kulins, „und weniger die Dinger, die großen Lärm machen.“

Das Silvesterfeuerwerk hat auch eine Schattenseite. Hans-Hermann Fricke, Ortsbürgermeister in Ihme-Roloven, erinnert an den Brand, der vor einem Jahr das Gebäude einer Baufirma im Ort zerstörte. Polizei und Feuerwehr gingen von einer Silvesterrakete als Ursache aus. Fricke bittet die Dorfbewohner, „die Belastung mit Feuerwerkskörpern gering zu halten“. Wer unbedingt knallen müsse, solle auch die Reste beseitigen. „Jeder fegt vor seiner eigenen Tür“, sagt er – und lobt im Vorfeld jene Ihme-Rolovener, die am Neujahrstag den Dorfplatz wieder saubermachen.

Von Nils Oehlschläger

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