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Das große Zählen hat im Rathaus begonnen

Empelde Das große Zählen hat im Rathaus begonnen

Seit Montagmorgen um 8 Uhr wird die Wahl zum Stadtrat von Ronnenberg noch einmal aufgerollt. Im Sitzungssaal des Rathauses II in Empelde werden voraussichtlich bis zum Donnerstag dieser Woche alle Stimmen noch einmal neu ausgezählt. Dann soll die Sitzverteilung endgültig feststehen.

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Im Sitzungsraum des Rathauses II werden seit Montagmorgen unter Aufsicht des Ersten Stadtrats Torsten Kölle (rechts) die Stimmen der Kommunalwahl noch einmal ausgezählt.

Quelle: Björn Franz

Empelde. Acht Mitarbeiter der Stadt Ronnenberg nehmen sich die mehr als 10 000 Stimmzettel der Kommunalwahl noch einmal vor. Bei einer stichprobenartigen Überprüfung der Ergebnisse, die am Abend des 11. Septembers ermittelt worden waren, hatte die Wahlleitung Ungereimtheiten festgestellt. Unter anderem waren einige Stimmen nicht mitgezählt worden.
„Wir wollen auf Nummer sicher gehen und einem möglichen Wahleinspruch vorweggreifen“, erklärte der Erste Stadtrat, Torsten Kölle, der am Montagvormittag selbst die Leitung der Neuauszählung übernommen hatte. Da es im Bereich von Kommastellen ein sehr enges Wahlergebnis zwischen einzelnen Parteien gegeben habe, und sogar Änderungen bei der Sitzverteilung möglich sind, sei eine erneute Überprüfung des Ergebnisses der einzig richtige Weg.

Etwa eine Stunde benötigen die Verwaltungsmitarbeiter, um einen der insgesamt 30 Wahlbezirke noch einmal komplett auszuzählen. Den Anfang machten sie gestern mit dem Wahlbezirk 1 – Benthe-Nord –, es folgen alle anderen Bezirke in numerischer Reihenfolge. „Ich hoffe, dass wir in vier Tagen durch sein werden“, prognostizierte Kölle, der sich in dieser Zeit voraussichtlich mit Bürgermeisterin Stephanie Harms und Fachbereichsleiter Frank Schulz bei der Leitung der Auszählung abwechseln wird.

Auch die Mitarbeiter der Stadt werden im Verlauf der Woche teilweise ausgetauscht. „Wir versuchen aber, möglichst wenig zu wechseln, weil sich die Abläufe dann natürlich besser einspielen“, sagte der Erste Stadtrat. Die Mitarbeiter hätten jeder zu Beginn noch einmal ein Merkblatt erhalten, auf dem genau vermerkt sei, welche Möglichkeiten der Stimmabgabe möglich sind. „Aber eigentlich brauchen sie das nicht, weil sie sehr gut im Thema stecken“, erklärte Kölle.

Die Parteien wollen die erneute Auszählung in den kommenden Tagen aufmerksam beobachten. Bereits am Montagvormittag verfolgten zwei Vertreter der Linken und eine Vertreterin der AfD die Arbeit im Rathaus II.

Volle Konzentration im zweiten Versuch

Das rattern der Rechenmaschine hallt duch den Sitzungssaal des Rathauses II. Sofort nachdem Stadtmitarbeiter Tilo Valentin die Zahl der Stimmen für eine der Parteien angesagt hat, gibt Torsten Kölle sie manuell in das Gerät ein. Bis auf die Anschläge des Ersten Stadtrats auf der Tastatur und dem Geräusch, dass die Maschine macht, wenn sie die Zahlen auf die Papierrolle druckt, ist nichts zu hören. Es herrscht volle Konzentration.

Seit 8 Uhr morgens sind acht Mitarbeiter der Stadt unter der Leitung von Kölle dabei, die Stimmzettel der Kommunalwahl noch einmal auszuzählen. Während sie konzentriert ihre Kreuze machen, erklärt der Erste Stadtrat vier Beobachtern des Geschehens, wie die Auszählung abläuft. Die Linke hat am frühen Montagmorgen zwei Vertreter ins Rathaus geschickt, auch die AfD ist mit einer Beobachterin anwesend. Das vierte Augenpaar gehört einem interessierten Bürger. Er gehöre keiner Partei an, habe aber AfD gewählt, erklärt der Mann von sich aus. Dann wendet er seine Aufmerksamkeit wieder der Auszählung zu.

Die verläuft bei jedem einzelnen Wahlbezirk genau nach dem selben Schema. Zunächst zählt jeder der Verwaltungsmitarbeiter die Stimmzettel aus, die klar einer Partei zugeordnet sind. Sie sind in großen Umschlägen verstaut gewesen, die nun nach und nach aus Umzugakartons herausgenommen werden. Um jeglichen Manipulationsverdacht auszuschließen, werden die sieben angetretenen Parteien nach jedem der 30 Wahlbezirke neu verteilt. Danach nimmt sich Valentin die Stimmzettel vor, auf denen Wähler ihre Kreuze auf unterschiedliche Bewerber oder gar auf mehrere Parteien verteilt haben.

Jeden Namen, den er vorliest, bestätigt der Kollege, der die entsprechende Parteiliste vor sich hat, mit einem lauten „Ja“-Ruf. „Das ist die sicherste Methode, um eventuelle Fehler zu vermeiden“, erklärt Kölle – und wendet sich schnell wieder der Auszählung zu, als das „Ja“ einer Mitarbeiterin etwas leiser ertönt: „Bitte etwas lauter“, sagt der Erste Stadtrat. Um 9.54 Uhr verliest Tilo Valentin das Ergebnis des Wahlbezirks 2 – Benthe Süd. Kölle hämmert die Zahlen in die Rechenmaschine. Alles stimmt soweit.

Bis kurz vor 17 Uhr werden er und die Mitarbeiter am Montag auszählen – dann tagt der Schulausschuss im Sitzungssaal. Am Dienstag wird sich dieser Ablauf wiederholen. Wieder von 8 Uhr an, wieder bis 17 Uhr. Dann tagt der Ausschuss für Stadtplanung. Und am Donnerstag sollen dann die Ergebnisse feststehen.

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