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Rückkehr des Laubfroschs läuft voll nach Plan

Vörie Rückkehr des Laubfroschs läuft voll nach Plan

Zurück zur Artenvielfalt: In der Vörier Feldmark sollen schon bald wieder Laubfrösche leben. Die nahezu im gesamten Calenberger Land ausgestorbene Amphibienart wird bereits in Kürze nach strengen Kriterien und artgerecht am Fuße des Vörier Berges neu angesiedelt - gut geschützt vor Fischen und Vögeln.

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Kurz vor der Rückkehr: In der Feldmark nahe des Vörier Berges sollen in Kürze in drei artspezifisch angelegten Feuchtsenken die Kaulquappen der Laubfrösche ausgesetzt werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Vörie. Artgerechte Lebensräume: Wenn es um Laubfrösche geht, ist das gar nicht so einfach. Der Laubfrosch gehört laut Fachliteratur zwar zu den bekanntesten Amphibien Mitteleuropas. Zumindest In Deutschland ist das Tier jedoch in Teilgebieten oft sehr selten. "Im Calenberger Land sind Laubfrösche außer in Benthe fast ausgestorben", sagt Friedrich Hüper.

Der Geschäftsführer des Gewässer- und Landschaftspflegeverbandes Mittlere Leine weiß sehr gut, worauf es ankommt, wenn es um ideale Lebensbedingungen für den Laubfrosch geht. In der Vörier Feldmark laufen die Vorbereitungen für die Rückkehr der Amphibie zwischen dem Klärwerk Evestorf und der S-Bahnlinie nach Weetzen derzeit auf Hochtouren. Der Gewässerverband will die Tiere dort wieder ansiedeln - in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde. "Rund 90 Prozent der Gesamtkosten von rund 18 000 Euro werden aus einem Topf für Artenvielfalt finanziert", sagt Hüper.

Er blickt gemeinsam mit Astrid Baarck vom Gewässerverband im Überschwemmungsgebiet am Vörier Berg auf drei sogenannte Feuchtsenken - jeweils rund 600 Quadratmeter groß und etwa einen Meter tief. "Für die Senken wurden etwa 1846 Kubikmeter Boden ausgeschachtet, abgefahren und auf einem Acker außerhalb des Gebietes aufgeschichtet", sagt Hüper. In den Mulden sollen später die Kaulquappen der Laubfrösche ausgesetzt werden. Deshalb seien sie nach strengen Vorgaben angelegt worden.

"Die Feuchtsenken dürfen nur mit Regen und Schichtwasser gespeist werden. Es darf keine Verbindung zur Ihme geben, weil sonst Fische kommen, die den Froschlaich fressen", sagt Hüper. Deshalb gebe es auch Anforderungen an die Tiefe der Becken. "Einmal im Jahr müssen die Senken trocken fallen, falls sich dort Fische über Vogelgefieder als Laich angesiedelt haben." Um die optimalen Standorte zu finden, seien Messungen des Grundwasserpegels erforderlich gewesen, sagt Hüper.

Für den Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes heißt es jetzt warten. Die Wiederbesiedlung wird von der Unteren Naturschutzbehörde erledigt. Derzeit sei wegen Nachtfrosts die Winterruhe der Laubfrösche. Noch im Frühjahr soll aber mithilfe der Ökologischen Schutzstation am Steinhuder Meer Froschlaich entnommen und in Aquarien vorgebrütet werden. "Bis die Kaulquappen Beine haben", sagt Hüper. Bevor sie dann in den Mulden in der Vörier Feldmark ausgesetzt werden, sollen auch noch Schutzhölzer im Wasser treiben. "Tannen und Äste - sonst kommen die Gänse", weiß Hüper.

Er freut sich schon auf die neuen Bewohner des Verbandsgrundstücks: "Laubfrösche lieben flaches Wasser und Sonne. Und sie sitzen später in den Bäumen und ernähren sich von Insekten", sagt Hüper. In jedem Frühjahr werden die Tiere dann zurück zu den drei Feuchtsenken wandern und in ihren früheren Brutstätten laichen. "Damit die flachen Teiche nicht mit Rohrkolben verschilfen, sollen dann ab August die Wasserbüffel kommen und störendes Gestrüpp weg fressen", beschreibt Hüper den weiteren Plan.

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