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Jäger verklagt Region und erhält Recht

Ihme-Roloven Jäger verklagt Region und erhält Recht

Welche Beweggründe veranlassen einen Landeigentümer dazu, die Region zu verklagen? Zumal auf den ersten Blick lediglich jagdliche Interessen wie das Aufstellen von geschlossenen Hochsitzen berührt werden und dies doch nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung betrifft.

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In der Ihmeniederung dürfen Jäger Hochsitze aufstellen.

Quelle: Archiv

Ihme-Roloven. Moritz von Münchhausen, Jäger, Jurist und einer der größten privaten Landeigentümer im Landschaftsschutzgebiet Ihmeniederung, geht es um mehr. Ihm sei nicht wichtig, wer den Rechtsstreit gewonnen habe. „In einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren geht es immer darum, dass am Ende der Rechtsstaat gewinnt. Das ist jedenfalls meine Haltung“, sagt der Ihme-Rolovener.

Anlass für seine Klage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg war ein Verbot von Jagdeinrichtungen, das die Region als untere Naturschutzbehörde für das Landschaftsschutzgebiet erlassen hatte. Von Münchhausen sieht in dieser Anordnung einen Verfassungsverstoß. „Wurde der Grundsatz der Verhältnismässigkeit und der Erforderlichkeit gewahrt? Handelte es sich um den mildesten Eingriff? Dient es einem legitimen Zweck?“ Diese und weitere Fragen wollte der Jurist geklärt haben.

Das Gericht folgte seinen Argumenten und hob das Verbot auf mit der Begründung, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb geschlossene Jagdkanzeln verboten werden, andere Ansitze dann nicht. „Die Region hat also derzeit keine wie auch immer geartete Möglichkeit, Jägern Vorschriften über deren Jagdeinrichtungen zu machen, insbesondere nicht über Hochsitze“, sagt der Kläger.

Die nun vom Gericht gekippte Anordnung der Naturschutzbehörde sei „faktisch ein Verbot der Jagd durch die kalte Küche“ gewesen. „Ist die Region ein Jagdgegner und darf sie das überhaupt sein?“, fragt sich von Münchhausen. Ein Jäger sei doch verpflichtet, Wild gemäß eines genauen Abschussplans zu erlegen. „Wir folgen damit den Anweisungen des zuständigen Ministeriums, wonach Rehwild vermehrt geschossen werden soll. Da wir hier in einem platten Land sind, kann ein Jäger keinen sicheren Schuss ohne einen erhöhten Sitz abgeben“, erläutert Moritz von Münchhausen.

(Az.: OVG Lüneburg, 4 KN 15/14 vom 20.01.2016).

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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