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Professionelle Hilfe für die Helfer

Ronnenberg Professionelle Hilfe für die Helfer

Der Kirchenkreis Ronnenberg bietet den Ehrenamtlichen, die sich um die Flüchtlinge im Calenberger Land kümmern, professionelle Hilfe an. Ziel ist es, die Probleme besser zu verstehen und zu verarbeiten, die sich aus der Arbeit mit häufig schwer traumatisierten Menschen ergeben.

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Sabine Freitag (links) und Sigrid Haynitzsch vom Kirchenkreis Ronnenberg bieten den Flüchtlingshelfern Unterstützung an.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Ronnenberg. Im Kirchenkreis Ronnenberg kümmern sich rund 500 Ehrenamtliche um etwa 1200 Flüchtlinge, die seit Sommer 2015 in den Kommunen von Barsinghausen und bis Empelde angekommen sind. Sigrid Haynitzsch von der kirchlichen Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle beschäftigt sich in ihrer täglichen Arbeit damit, was im Kontakt zwischen den Helfern und den Flüchtlingen eigentlich geschieht.

Die Diplompädagogin, die zahlreiche Neuankömmlinge begleitet, bemerkt, dass "es manchmal zu Irritationen und Missverständnissen kommt. Einige Helfer meinen, dass die Flüchtlinge undankbar sind, nur weil sie nicht sofort überglücklich auf ihre neue Unterkunft reagieren", berichtet Haynitzsch. Das sei jedoch nicht der Fall. Man dürfe nicht vergessen, dass diese Menschen durch die Kriegserlebnisse schwer traumatisiert seien.

"Es gibt immer mal wieder kulturelle Probleme, die wir einfach nicht verstehen", fügt Haynitzsch hinzu. „Ich wunderte mich zum Beispiel, warum mich ein junger sudanesischer Flüchtling nie angeschaut hat. Nun weiß ich es. In seiner Kultur ist es nicht üblich, älteren Frauen ins Gesicht zu schauen“, berichtet die Diplompädagogin.

Es gebe viel Schönes, Fröhliches und Erfreuliches im Miteinander von Helfern und Hilfebedürftigen, aber auch viele Irritationen, die den einen oder anderen manchmal an seinem Tun zweifeln ließen. „Wir bieten den Helfern an, mal Luft zu holen und inne zu halten. Jeder hat seine Erfahrungen im Gepäck und vielleicht haben wir auch mal Momente des Frustes und der Überforderung bei uns wahrgenommen“, sagt die Leiterin der Lebensberatungsstelle.

Um sich die spezifische Beziehung zwischen Helfern und Hilfebedürftigen genauer anzuschauen und um sich vor Frustrationen zu schützen, bietet sie den Ehrenamtlichen eine Fortbildung an. In einem zweitägigen Seminar am 4. und 5. März im Gemeindehaus der Mariengemeinde in Barsinghausen lautet das Thema „Zwischen Faszination und Angst – über das Fremde im Zusammenleben".

Dazu hat Haynitzsch den erfahrenen Berater Martin Merbach eingeladen. Er arbeitet seit vielen Jahren zu diesem Thema mit Vorträgen und Fortbildungsveranstaltungen am Evangelischen Zentralinstitut für Familienberatung in Berlin. Der inhaltliche Schwerpunkt des Seminars liegt auf soziologischen und psychologischen Aspekten des Fremdseins. „Weiterhin beschäftigen wir uns mit Vorstellungen über Kultursensibilität und unsere eigenen Erfahrungen mit dem Fremdsein“, fügt sie hinzu.

Die Kosten der Fortbildung werden vom Landesverband des Diakonischen Werkes getragen. Anmeldungen sind möglich unter der Telefonnummer (0510) 51 95 44 oder per E-Mail an ev.lebensberatung.ronnenberg@htp-tel.de.

Weitere Angebote für Ehrenamtliche

Zur Unterstützung und Förderung von Ehrenamtlichen und weiteren Interessierten gibt es verschiedene Angebote der Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehört jeden ersten Freitag eines Monats von 16 bis 17 Uhr im Gemeindezentrum der Margarethenkirche in Gehrden das Angebot „Kreistänze für Frauen“. Eingeladen sind Integrationslotsinnen, -patinnen und Ehrenamtliche, die geflüchtete Frauen begleiten.

An jedem zweiten Montag im Monat, von 18 bis 19.30 Uhr treffen sich Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit in der Beratungsstelle in Ronnenberg, Lange Reihe 8, zu einem vertraulichen Austausch über die Erfahrungen und Belastungen, die ihre Aufgabe mit sich bringt. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon (0 51 09) 51 95 44 oder per E-Mail an ev.lebensberatung.ronnenberg@htp-tel.de.

Von Heidi Rabenhorst

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