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Kleiderkammer: Der CVJM gibt 
enttäuscht auf

Wennigsen Kleiderkammer: Der CVJM gibt 
enttäuscht auf

In Wennigsen wird nun doch keine Kleiderkammer für Asylbewerber eingerichtet. Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) zieht sich aus dem Projekt zurück - weil die Gemeinde keine geeigneten Räume zur Verfügung stellt und die Miete nicht zahlen will. Der CVJM hält dies für einen Vorwand.

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Projekt gescheitert: Der CVJM wird keine Kleiderkammer mit Spenden für Asylbewerber in Wennigsen eröffnen.

Quelle: Archiv

Wennigsen. Jan-Eric Bothe ist enttäuscht: "Wir ziehen jetzt einen Schlussstrich", sagt der Sprecher der CVJM-Projektgruppe Kleiderkammer. Rund neun Monate haben die Ehrenamtlichen vergeblich nach einer geeigneten Unterkunft für Kleiderspenden gesucht. Ohne die Unterstützung der Gemeinde sei das Projekt aber letztlich nicht zu realisieren, sagt Bothe.

Die Gemeinde äußert sich unmissverständlich zu ihrer Entscheidung: Es stünden keine geeigneten kommunalen Räume für die geplante Kleiderkammer in zentraler Lage zur Verfügung, sagt Fachbereichsleiterin Barbara Zunker. Dabei seien verschiedenste Standorte geprüft und besichtigt worden. Zudem habe die Gemeinde von Anfang an signalisiert, dass eine finanzielle Unterstützung in Form von Mietzahlungen als freiwillige Leistung nicht infrage komme. "Im Sinne der Gleichbehandlung würde das auch Zuschüsse an das Soziale Kaufhaus und anderen eigenständigen Institutionen nach sich ziehen", sagt Zunker.

Vor mehreren Monaten war zunächst der Plan gescheitert, die Kleiderkammer in einer Halle neben der Asylbewerberunterkunft an der Max-Planck-Straße unterzubringen, weil die Räume für weitere Flüchtlinge benötigt werden. Der Wunsch des CVJM, in die Kellerräume der Gemeinschaftsunterkunft an der Runden Straße zu ziehen, scheitert laut Gemeinde an Brandschutzbestimmungen und weil einige Kellerräume von Anwohnern genutzt würden. Außerdem sei die Überwachung der Anlieferung außerhalb der geplanten Öffnungszeiten nicht geklärt, so Zunker. Deshalb habe die Gemeinde eine Kooperation mit dem Sozialen Kaufhaus empfohlen, das Kleiderspenden annehme.

Aus Sicht des CVJM ist diese Argumentation ein Vorwand. Der Eigentümer des von der Gemeinde angemieteten Gebäudes - die Klosterkammer - habe zugesagt, einen erforderlichen Fluchtweg auf eigene Kosten zu bauen, sagt Bothe. Auch der Mietvertrag mit der Gemeinde sollte kostenneutral geändert werden. "Und die belegten Räume sind doch gar nicht für die Kleiderkammer eingeplant gewesen", sagt Bothe. Trotzdem habe die Gemeinde die Räume nicht zur Verfügung gestellt.

Laut CVJM wären der Gemeinde keine zusätzlichen Kosten entstanden. "Wir hatten auch 3000 Euro zur Startfinanzierung in der Vereinskasse", so Bothe. Ein Berichtstermin im Sozialausschuss sei ergebnislos verlaufen, das Soziale Kaufhaus sei zudem nicht an einer Kooperation interessiert. "Einem Treffen sind die Vertreter fern geblieben." Warum die Gemeinde sich so verhält, darüber will Bothe nicht spekulieren. "Es ist nur eine Frage, ob man etwas will. Für das Historische Freischießen wurde doch auch eine Kleiderkammer gefunden", so Bothe.

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