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Traditionslokal steht vor dem Aus

Ihme-Roloven Traditionslokal steht vor dem Aus

Ende einer Familienära: Im Landgasthaus Plinke in Ihme-Roloven gehen mehr als 100 Jahre nach der Eröffnung des Familienbetriebs offenbar die Lichter aus. Das Grundstück und das historische Gebäude des Traditionslokals sollen am 1. Juni im Amtsgericht Wennigsen zwangsversteigert werden.

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Gaststätte mit langer Tradition: Das Landgasthaus Plinke an der Hannoverschen Straße in Ihme-Roloven soll nach vier Generationen in Familienbesitz zwangsversteigert werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ihme-Roloven. Von außen deutet zurzeit wenig auf das näher rückende Ende hin. In einem Schaukasten wird sogar noch per Aushang eine Reinigungs- und Servicekraft gesucht. Und im Internet preisen die Inhaber Gerald und Volker Plinke auf der Webseite weiterhin die gastronomischen Angebote des Hotelrestaurants Zur Linde an. Gleichwohl: Die Türen des in vierter Generation geführten Familienbetriebs an der Hannoverschen Straße sind verschlossen. Telefonisch ist nur ein Anrufbeantworter zu erreichen.

"Seit ein paar Jahren ist das Lokal regulär nur noch freitags bis sonntags geöffnet", weiß Ortsbürgermeister Hans-Hermann Fricke. Die Brüder Plinke hätten das Geschäft vor einigen Jahren verstärkt auf Familienfeiern und geschlossene Gesellschaften ausgerichtet. Der Ortsbürgermeister kennt auch die Gerüchte über eine bevorstehende Schließung. "Im Ort wird viel darüber spekuliert, und es wäre traurig, wenn es so kommt", sagt Fricke. Er will sich aber an Spekulationen über Gründe nicht beteiligen.

Fricke weiß jedoch auch, dass es für das Gebäude und die Freifläche mit einer Gesamtgröße von rund 4416 Quadratmetern am 1. Juni um 9 Uhr einen Termin zur Zwangsversteigerung gibt - veröffentlicht auf der Internetseite des Amtsgerichts Wennigsen und in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Dort wird für das Grundstück und das um 1920 errichtete Hauptgebäude mit ausgebautem Dachgeschoss und Wintergarten sowie einem zweigeschossigen Anbau ein Verkehrswert von 485 000 Euro genannt - inklusive Gaststube, Saal, Küche, Wohnungen, Gästezimmer, Nebenräume und Garagen.

Offenbar ist die notwendige Zwangsversteigerung das Ende einer schleichenden Entwicklung. Der bereits gestorbene Gastwirt Gerhard Plinke habe schon lange vor der Geschäftsübergabe an seine beiden Söhne im Jahr 1995 über zunehmende Konkurrenz an Versammlungsräumen in Ihme-Roloven geklagt - unter anderem gibt es bis heute das Dorfgemeinschaftshaus und die Fachwerkscheune. Gastwirt Plinke hatte seine Dorfkneipe mit kleinem Klubraum seit Mitte der 60er Jahre Stück für Stück zu einem Hotelrestaurant mit gehobener Gastronomie um- und ausgebaut. Die Söhne Gerald und Volker hatten die Gasträume vor fünf Jahren noch einmal grundlegend renoviert und umgestaltet.

 Legende: Eine Treppe für jeden Ort

Die Anfänge des Landgasthauses Plinke gehen bis in das Jahr 1887 zurück. Die Urgroßeltern der heutigen Eigentümer bauten als Landwirte ein Haus mit zwei Treppen, in dem sie später das Gasthaus eröffneten - nahezu genau an der Grenze zwischen den Orten Ihme und Roloven, die 1929 zum heutigen Doppeldorf verschmolzen. Ortsbürgermeister Hans-Hermann Fricke kennt eine Legende, die besagt, dass kurz nach der Fusion die Bewohner beider Dörfer auch nur jeweils eine der beiden getrennten Treppenaufgänge zum Eingang der Gaststube im Hochparterre benutzten. "Rechts die Ihmer, links die Rolovener - so heißt es", sagt Fricke und schmunzelt.

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