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Machtkampf bei SC Empelde spitzt sich zu

Empelde Machtkampf bei SC Empelde spitzt sich zu

Ein Verein versinkt im Chaos: Eine Woche nach der Rücktrittswelle im erweiterten Vorstand des SC Empelde geht der interne Machtkampf weiter. Der Verein ist in zwei Lager gespalten.

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Clubchef Hasan Cansi (obere Reihe, rechts) hat derzeit nur auf dem Fußballplatz als Spielertrainer der 1. Mannschaft Grund zum Lachen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Auf dem Sportplatz des SC deutet für Außenstehende nichts auf die tiefen Zerwürfnisse hin. Der Spiel- und Trainingsbetrieb läuft, Kinder toben auf der Anlage. Und am Donnerstagabend hat die 1. Fußballmannschaft sogar ihr Auftaktspiel in der 2. Kreisklasse mit 5:2 gewonnen. Doch der Sieg wird von der Affäre überschattet.

Hinter den Kulissen brodelt es heftig. Durch den Verein zieht sich ein tiefer Riss. Nahezu der gesamte erweiterte Vorstand ist zurückgetreten, etliche Spieler und Trainer verlassen den Verein. Angeführt werden die Protestler von dem zurückgetretenen Geschäftsführer Peter Thomas Reintje und Catalina Wähling, der Frau des langjährigen Vorsitzenden Lothar Wähling. Sie werfen dem neuen Vorsitzenden Hasan Cansi und seinem Stellvertreter Murat Güler Unterschlagung von Spendengeldern, Vernachlässigung von Amtspflichten, ausstehende Zahlungen, Gewalt gegen Zuschauer und Bedrohungen von Mitgliedern vor. Der neue Vereinschef weist alles zurück. Und er betont mehrfach: „Ich habe fast 30 neue Fußballer geholt.“

Wie viele der jüngst rund 130 Mitglieder tatsächlich noch im Verein sind, ist unklar. „Viele der Spieler haben ja bereits ihre Austrittserklärungen verschickt, aber die kommen immer wieder zurück, sind nicht zustellbar“, sagt ein früherer Spieler der 2. Mannschaft. Die gesamte Reserve habe dem Verein den Rücken gekehrt - einschließlich Trainer. „Und die Trikots, die ich finanziert habe, ziehen sich jetzt einfach die neuen Leute von Cansi an, das ist Diebstahl“, sagt er. Auch die Mannschaftskasse mit rund 700 Euro sei verschwunden.

Zum Auftaktspiel des SC ist sogar der Staffelleiter des Verbandes, Henning Wolters, gekommen. Er kann die Austrittswelle indirekt bestätigen. „Heute hat der neue Vorsitzende die 3. Herrenmannschaft und die Senioren mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückgezogen - zu wenig Spieler“, sagt er. Jugendmannschaften gebe es beim SC auch nicht mehr. Dass Wolters das Fußballspiel besucht, hat einen Grund: Er habe Gerüchte gehört, dass die neuen Spieler alle keine gültige Spielberechtigung hätten. „Hab ich kontrolliert, ist alles tiptop“, sagt Wolters.

Unterdessen sagt ein Vereinsneuling: „Ich glaube, es sind jetzt noch insgesamt 21 Spieler für beide Mannschaften übrig“, sagt er. Was im Verein vorgefallen sei, wisse er nicht. „Wir wollen nur kicken.“ Offenbar ist aber einiges vorgefallen. Beide Lager werfen sich gegenseitig Diebstahl, Unterschlagung und Manipulation vor.

Auch der neue Vorsitzende erhebt schwere Vorwürfe: „Es wurden die Passwörter für den Vereinscomputer und der Zugang zum Online-Spielformular gelöscht. Und es wurden alle Bälle geklaut, die Trainingscontainer sind leer“, sagt Cansi. Der Staffelleiter bestätigt: „Die können nicht online arbeiten. Wir haben das Spielformular per Hand ausgefüllt.“

Vereinschef Cansi ist wegen der Austrittswelle als Spielertrainer eingesprungen. Besonders ungeheuerlich findet er, dass seinen Spielern vom ehemaligen Geschäftsführer Geld geboten werde, wenn sie den SC verlassen. Auch Cansi selbst hat nach eigenen Angaben Geld angeboten bekommen, damit er aufhört. Doch er bleibt - und will eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um alle Vorwürfe aufzuklären.

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