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Polizei kommt schneller als mancher denkt

Ronnenberg Polizei kommt schneller als mancher denkt

Wann wird ein Posting im Netz zur Straftat? Fünf Schüler werden im laufenden Schuljahr in einer AG an der Marie-Curie-Schule zum Medienscout ausgebildet. Polizistin Claudia Tamkus gab ihnen einen Überblick über die rechtliche Seite des Internets. Mit Überraschungen auf beiden Seiten.

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Claudia Tamkus erklärt den Schülern, wann es in den sozialen Medien zu Straftaten kommt.

Quelle: Uwe Kranz

Empelde. Postings in sozialen Medien wie Facebook, Wattsapp oder Snapchat können schnell die Grenze zum Mobbing überschreiten. Tamkus bringt es für die Schüler auf eine einfache Formel: "Was ihr nicht möchtet, das man mit euch tut, das solltet ihr auch nicht mit anderen machen", sagt sie. Die Polizeibeamtin ist in der Dienststelle Empelde für Jugend- und Familienangelegenheiten zuständig. "Mobbing ist eine Straftat", stellte sie fest.

Filme, die ohne Einverständnis der aufgenommenen Person gedreht wurden, dürften überdies auf keinen Fall ins Netz gestellt werden. "So etwas passiert aber oft", erzählte einer der fünf Acht- und Neuntklässler, die im Ganztagsangebot der KGS die AG Medienscout gewählt haben. Für den Fall, dass die Scouts jemanden beim heimlichen Filmen erwischen, hatte Tamkus deshalb Verhaltensregeln parat: "Geht dem Typen nicht mehr von der Pelle", sagte sie. Zunächst solle der Filmer zum Löschen des Videos aufgefordert werden. Sollte er sich weigern, müsse er zum Gang ins Sekretariat gedrängt werden. Sollte er auch das Ablehnen, wäre ein Anruf bei der Polizei fällig. "Ich wäre nicht darauf gekommen, dass so schnell die Polizei kommen kann", sagte Lehrer Ben Uka, der gemeinsam mit Boris Löchtermann die AG betreut. Ähnlich überraschend für viele Täter sei, dass sie mit ihren Postings im Internet bereits richtige Straftaten begingen, meinte Tamkus.

Die Schüler sollten insgesamt sehr sparsam mit persönlichen Informationen im Internet sein, riet die Polizisten. "Macht euch lieber ein bisschen schmaler." Vieles, was einmal veröffentlicht sei, sei auch später nicht mehr zu löschen.

Beleidigungen in Chats könnten mit Sreenshots der jeweiligen Dialoge dokumentiert werden. Auf diese Weise könne man auch Mobbing beweisen, erklärte die Polizistin und wurde prompt ihrerseits überrascht. "Diese Dialoge kann man auch fälschen", erklärte ein Schüler der Polizistin, die davon offenbar noch keine Kenntnis hatte. "Dafür gibt es eine App", sagte der 14-Jährige. Das wiederum wäre Betrug, entgegnete Tamkus.

Das Wichtigste sei, so die Polizistin, dass man den Tätern schnell echte Grenzen aufzeige. Mobbing sei deshalb etwas, das eine Schule nicht versuchen sollte, intern zu lösen.

Medienscouts sollen ihr Wissen weitergeben

Die Landesinitiative n-21, eine Kooperation verschiener Institutionen, hat in zehn niedersächsischen Regionen jeweils vier Schulen ausgewählt, an denen so genannte Medienscouts ausgebildet werden. Dabei werden Jugendliche von ausgebildeten Referenten angeleitet, ihre Mitschüler bei der Nutzung des Internets zu beraten. Nach ihrer Ausbildung gehen die Scouts dann selbst in andere Klassen, um ihr Wissen weiterzugeben. Auf diese Weise soll eine Nachhaltigkeit gesichert werden. In der Marie-Curie-Schule erfolgt die Ausbildung einmal wöchentlich innerhalb einer einjährigen freiwilligen AG.

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