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Südlink: Neue Pläne, viel Kritik

Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen Südlink: Neue Pläne, viel Kritik

Erdkabel statt Megamasten, aber trotzdem wieder Ablehnung, Verärgerung und Unsicherheit: Der Netzbetreiber Tennet stößt auch mit seinen neuen Plänen für die Gleichstromtrasse Südlink auf heftige Kritik. Einer der möglichen Korridore führt genau durch das Calenberger Land. Eine neue Protestwelle baut sich auf.

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Mögliches Baugebiet für die Starkstromtrasse Südlink: Laut der Entwurfsplanung des Netzbetreibers Tennet ist es einer von mehreren Vorschlägen, einen Erdkabel-Korridor westlich von Weetzen zwischen Ronnenberg und Gehrden in landwirtschaftlichen Feldern und in Richtung Norden zur Bundesstraße 65 zu führen.

Quelle: Tennet-Grafik

Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen. Die Reaktionen in den Rathäusern, bei Landwirten und Bürgerinitiativen unterscheiden sich kaum. Weil zwei der vier möglichen Erdkabelkorridore mit einer Breite von bis zu 1000 Metern großflächig durch Areale von Barsinghausen Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen führen, stoßen die Pläne in fast allen Kommunen auf Kritik.

Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke ist vom möglichen Trassenverlauf sehr überrascht. „Wennigsen ist wieder mit sensiblen Landschaftsräumen betroffen“, sagt er. Betroffen seien die Ihme in Evestorf, der Vörier Berg – der Deister ohnehin. „Warum bewusst solche Fluss-, Wald- und Hügellagen einbezogen werden, ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt Meineke. Der Anteil der Landschaftsschutzgebiete sei erneut hoch „Die Planung ist mehr als erklärungsbedürftig“, sagt Meineke.

Seine größte Sorge: „Wenn man vor Querriegeln wie dem Deister auf die Idee käme, gewaltige Umspannwerke zu errichten, bei denen die Erdverkabelung in die Höhe überführt wird.“ Die Gemeinde werde die Diskussion sehr kritisch begleiten, kündigt er an.

Auch Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms ist sehr überrascht. „Wir haben gedacht und gehofft, dass wir aus der Planung raus sind, und sind doch wieder mittendrin.“ Harms stellt sich zudem ebenfalls die Frage, ob nicht doch auch Teile der Trasse überirdisch geführt werden sollen.

Das befürchtet auch Gehrdens Fachdienstleiter Hoger Spohr. Doch er bleibt gelassen. „Wir werden uns mit den anderen betroffenen Kommunen abstimmen und Informationen bereit halten. Da ist noch nichts in Stein gemeißelt – weder der Verlauf noch die Art und Weise“, sagt Spohr.

Aus Sicht von Barsinghausens Baudirektor Tobias Fischer ist es wichtig, dass die Trasse den jüngsten Plänen zufolge als Erdkabel geführt werden soll. „Das ist eine ganz andere Wirkungsweise als bei den extrem hohen Freileitungsmasten“, betont Fischer. Aber auch die Auswirkungen von Erdkabeln, wie etwa eine mögliche Temperaturerhöhung des umgebenden Erdreichs, müssten noch geprüft werden. Fischer wünscht sich vor allem, dass durch den möglichen Trassenverlauf „die Planungshoheit der Kommune nicht eingeschränkt“ werden dürfe.

Jan-Eric Bothe, Sprecher der Bürgerinitiative Calenberger Land gegen Südlink, sieht im möglichen Korridor mehrere Problembereiche für eine Erdkabeltrasse: „Es gibt unter anderem ehemalige Bergbaugebiete in Ronnenberg – mit der Gefahr von Absackungen – und auch viele Feuchtgebiete, deren Unterbau bei Grabungen zerstört werden könnte“, sagt er. Für Bothe ist die Alternativtrasse durch die Lüneburger Heide auch wegen der geringeren Siedlungsdichte besser geeignet für die geplante Erdkabeltrasse. „Dort sind weniger Beeinträchtigung von Natur und Mensch zu erwarten“, sagt Bothe.

Der Ronnenberger Landwirt Hermann Haller lehnt eine Erdkabeltrasse auf seinen Feldern dagegen komplett ab. Zwar könne über den verlegten Stromkabeln offenbar weiterhin Ackerbau betrieben werden. „Durch die Grabungen werden aber die Wasserführung und Drainagen nachhaltig beschädigt“, sagt Haller. Außerdem sei es äußerst fraglich, ob sich über den Stromleitungen trotz Einbau einer Schutzplattenebene nicht auch die Bodentemperatur verändere.

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Von Ingo Rodriguez und Andreas Kannegießer

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