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Humorvoller Blick auf den Reformator

Ronnenberg Humorvoller Blick auf den Reformator

Sie selbst sei von Katharina von Bora als kluge und tatkräftige Frau beeindruckt - mit diesen Worten begrüßte Pastorin Christiane Elster am Sonnabend rund 180 Gäste in der Johanneskirche in Empelde. Im Jubiläumsjahr der Reformation päsentierte die Gemeinde ein Musical über die Frau Martin Luthers.

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Miriam Küllmer-Vogt überzeugt mit ihrer ausdrucksstarken Darstellung der Katharina von Bora.

Quelle: privat

Ronnenberg. "Wenn Engel lachen" heißt das Kammermusical, in dem Miriam Küllmer-Vogt in die Rolle der 1523 aus dem Zisterzienserkloster Nimbschen geflohenen Nonne Katharina von Bora schlüpfte. Die Darstellerin vom Theater Zauberwort aus der Region Frankfurt fesselte das Publikum mit ihrem ausdrucksstarken Schauspiel und der schönen Stimme, mit der sie die Lieder interpretierte, die Fabian Vogt für das Kammermusical geschrieben hat. Musikalisch und gesanglich begleitet wurde sie von Peter Krausch am Piano. "Es ist fast so, als ob dort Luther sitzen würde", meinte ein Gast in der Theaterpause.

Einst saß Martin Luther selbst auf einem Stuhl Modell für Lucas Cranach, dem Wittenberger Künstler, bei dem Katharina von Bora als Haushaltshilfe nach der Flucht lebte. Eigentlich liebte sie einen Nürnberger Kaufmannssohn, der in Wittenberg studierte. Der Reformator schrieb auf Betreiben Katharinas einen Brief an dessen Eltern, in die Heirat einzuwilligen - was rundum abgelehnt wurde. Schließlich habe die Nonne die Ehe mit Christus gebrochen.

Aus der Enge des Klosters ausgebrochen, in der sie seitdem sie fünf Jahre alt war lebte, erfährt Katharina von Bora die Ablehnung in der Stadt – und nähert sich dem Reformator an, den sie gleichermaßen umwirbt aber auch beschimpft als müde gewordenen „Revoluzzer“, der nur noch träge auf die Reformation zurückblickt. Und der überhaupt keine Anstalten macht, ihr einen Antrag zu machen – auf der Bühne nimmt schließlich Katharina das Heft selbst in die Hand.

Eindrucksvoll werden im Kammermusical die Zweifel Katharina von Boras an der Theologie der Reformation deutlich – ist sie wirklich von Gott allein aus Gnade geliebt und ist sie als freier Mensch geschaffen? Hat die Reformation nicht am Ende Krieg und Bauernaufstände gebracht?

„Wenn Engel lachen“ bringt den Besuchern Geschichte nahe – mit frischen Texten, einem humorvollem Blick auf den Reformator Martin Luther und einer befreiten Frau, die ihr Leben selbst gestaltet. Mit viel Beifall verabschiedete das Publikum die Künstlerin und ihre Begleitung – ein gesungenes Segenslied von Katharinas Zeitgenossin, der Nonna Teresa von Avila, beendete das gut 90-minütige Programm.

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