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Prügelei trübt Stimmung der Festbesucher

Ronnenberg Prügelei trübt Stimmung der Festbesucher

Eine Sommerparty mit fadem Beigeschmack: Rund 100 Besucher haben an der Felsenburg in Ronnenberg bei einem Nachbarschaftsfest Kontakte mit den Bewohnern der Asylbewerberunterkunft geknüpft. Die Feier wurde jedoch von einem unschönen Zwischenfall überschattet: Eine Prügelei von zwei Flüchtlingen trübte die Stimmung.

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Die Besucher, Flüchtlingsbetreuer und Asylbewerber kommen beim Nachbarschaftsfest miteinander ins Gespräch und spielen mit Kindern.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Es sollte ein harmonisches und friedliches Fest werden, mit dem Ziel, Menschen verschiedener Kulturen zusammen zu bringen, soziale Bindungen und die Gemeinschaft in Ronnenberg zu stärken. Doch es war wie der berühmte Vorführeffekt: Doris Peppermüller und Anke Beckmann von der Initiative Willkommen in Ronnenberg (WiR) hatten die Veranstaltung gerade mit einer freundlichen Begrüßung eröffnet, da lieferten sich plötzlich zwei Bewohner der Flüchtlingsunterkunft vor den Augen aller anwesenden Gäste eine handfeste Prügelei.

Zwar konnten Mitbewohnerinnen die beiden Streithähne schnell voneinander trennen. Gleichwohl: Bei dem Fest der Nachbarn herrschte nach dem Zwischenfall von Anfang an eine gedämpfte Stimmung - auch weil die Meinungsverschiedenheit der beiden Asylbewerber nach dem Schlichtungsversuch in den Räumen der Unterkunft offenbar noch einmal kurz aufflammte. Zumindest ließen laut zugeschlagene Türen kurzzeitig noch einmal Fragen offen.

Worum es bei dem Streit der beiden jungen Männer ging, wurde zwar nicht bekannt. Trotzdem: Unter den zunächst ratlosen und beschämt lächelnden Festbesuchern herrschte erst nach einer ganzen Weile wieder eine fröhliche und harmonische Stimmung. Die Bewohner reichten arabischen Tee und Kaffee, im Flur der Asylbewerberunterkunft bedienten sich die Gäste an einem internationalen Büfett, Bewohner servierten frisch gebackene Waffeln, und neue Gäste aus dem Ort stellten mitgebrachte Salate und selbst gebackene Kuchen auf die Tische.

Zuvor hatte sich das Grundstück an der Felsenburg rasch gefüllt. Nach anfänglicher Schüchternheit überwanden jedoch viele der Dorfbewohner ihre Hemmungen und kamen mit den Flüchtlingen ins Gespräch - auf Deutsch, auf Englisch, mit Händen und Füßen. Auch Claudia Matschofsky aus der nahe gelegenen Straße Im Südfeld war aus diesem Grund zum Nachbarschaftsfest gekommen. "Man sucht ja schon den Kontakt, aber bei einer gemeinsamen Feier fällt es viel leichter", sagte sie.

Die Willkommensgruppe hatte deshalb das Fest organisiert. "Der europäische Nachbarschaftstag ist eine Initiative, die soziale Bindungen fördern und Isolation abbauen soll", sagte Peppermüller. Die WiR-Gruppe ist aus dem Willkommenskreis der evangelischen Kirche hervorgegangen, Peppermüller und Beckmann sind zwei von etwa sechs ehrenamtlichen Betreuern, die einmal in der Woche in die Unterkunft an der Felsenburg kommen, um die Asylbewerber nach Problemen zu fragen. "Jobcenter, Krankenkasse, Post, Zahnarzt - das sind die Dinge, um die wir uns kümmern", sagte Peppermüller. In der Sammelunterkunft an der Bundesstraße wohnen seit vergangenem Oktober rund 50 Asylbewerber aus Syrien und Afghanistan. "Es waren schon einmal 50, aber jetzt sind es nur noch 46, weil einige bereits mit bewilligtem Asyl in eigene Wohnungen gezogen sind", sagte Peppermüller.

Aber auch den Initiatoren der Feier gelang es nur zähneknirschend, die Prügelei nicht zu dramatisieren. "Ich hatte gerade Besuchern berichtet, wie problemlos und friedlich die Asylbewerber miteinander leben, gemeinsam kochen und sich gegenseitig helfen - und dann das", sagte Peppermüller sichtlich enttäuscht. Um möglichst viele Besucher anzulocken, hatte die WiR-Gruppe Flyer in Ronnenberg verteilt und Aushänge gemacht. Peppermüller gab sich aber zuversichtlich: "Wir bemühen uns um die Integration, aber man darf auch nicht alles schön reden. Trotzdem: So eine Rangelei haben wir bislang in der Unterkunft noch nicht erlebt", versicherte sie.

Andreas Burkhardt, der Vorsitzender des CDU Stadtverbandes und des Ortsverbandes Ronnenberg, sprach bei seinem Besuch unmittelbar nach dem Vorfall von einem "schlechten Zeitpunkt für eine Prügelei." Seine Frau Susanne wollte den Streit nicht dramatisieren. "Das sind junge Männer, die in einer schwierigen Situation unter Druck stehen - da kann so etwas vorkommen", sagte sie.

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