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Naturschutzbund ist empört über Jäger

Ronnenberg Naturschutzbund ist empört über Jäger

Empörung beim Naturschutzbund (Nabu): Auf einer Ausgleichsfläche in der Ronnenberger Feldmark sind meterweise ganze Sträucher, Hecken und Büsche mit schwerem Gerät und mutwillig platt gewalzt worden - vermutlich von Jägern.

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Hochgradig verärgert: Der Nabu-Vorsitzende Rainer Tubbe (rechts) und Stellvertreter Manfred Vollmer begutachten am Hochsitz fassungslos den mutwillig angerichteten Schaden an den Hecken der mühevoll bepflanzten Ausgleichsfläche nahe der Ronnenberger Ortsdurchfahrt der B 217. Sogar der ganze Stamm eines größeren Gehölzes ist entwurzelt worden – vermutlich, um vom Hochsitz aus ein besseres Schussfeld zu haben.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. So aufgebracht erlebt man Rainer Tubbe selten: „So geht man nicht miteinander um“, schimpft der Vorsitzende des Naturschutzbundes Ronnenberg und schüttelt verständnislos den Kopf. Was ihn so in Rage bringt, ist deutlich zu sehen: Auf einer Nabu-Fläche in der Ronnenberger Feldmark sind rund um einen Jägerhochsitz Sträucher, Hecken und Büsche platt gewalzt – vermutlich mit schwerem Gerät. Sogar ein ganzer Stamm wurde entwurzelt. Vom nahe gelegenen Baum einer Streuobstwiese wurde ein stattlicher Ast abgesägt.

„Das haben wir ehrenamtlich und mühevoll angepflanzt. So ein Verhalten ist respektlos“, sagt Tubbe. Für ihn und Nabu-Stellvertretender Manfred Vollmer gibt es keine Zweifel: „Es ist offensichtlich, dass das von Jägern gemacht wurde, um von Hochsitz aus ein besseres Schussfeld zu haben“, sagt Tubbe. Dabei pflege der Nabu zu den Jägern ein gutes Verhältnis. „Kein Anruf, nichts – wir hätten gemeinsam bestimmt eine gute Lösung gefunden“, betont der Vorsitzende. Tubbe sagt sogar, was er im Fall einer Jäger-Anfrage empfohlen hätte: „Einfach den Hochsitz um zwei Meter verlagern, anstatt gleich so eine mutwillige Zerstörung anzurichten.“

Bei der betroffenen Fläche handelt es sich um ein etwa 1,5 Hektar großes Areal im Besitz des Nabu – direkt am Waldrand in der Ronnenberger Feldmark, etwa einen Kilometer von der Bundesstraße 217 entfernt. Die Freifläche in Sichtweite der Ronnenberger Ortsdurchfahrt sei vor gut 13 Jahren als Ausgleichsmaßnahme für die Verlängerung und den Ausbau der Stadtbahn nach Wettbergen-West angelegt worden, sagt Tubbe. Das Konzept: „Eine Streuobstwiese mit Waldsaum.“

Wie groß der finanzielle Schaden ist, darüber will der Nabu Ronnenberg erst gar nicht spekulieren. Zunächst wollen die Naturschützer die Beschädigungen der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover melden – einer Tochter der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover. „Die haben als unser Vertragspartner die Ausgleichsmaßnahme finanziert und mit uns durchgeführt“, sagt Tubbe. Zumindest handelt sich aber offenbar um keinen irreparablen Umweltfrevel. „Das Gehölz und die Anpflanzungen treiben wieder aus, den Rest reparieren wir“, so Tubbe.

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