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Kahlschlag soll natürlichen Uferabbruch fördern

Ronnenberg Kahlschlag soll natürlichen Uferabbruch fördern

Umwelteinsatz bei Schneeregen und Kälte: Rund 20 Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) Ronnenberg haben nahe der Kückenmühle am Ihme-Ufer auf einer Strecke von rund 200 Metern tonnenweise sperriges Holz entfernt und Weiden zurück geschnitten. Ziel der Aktion ist es, die Blütenbildung und den Uferabbruch zu fördern.

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Fleißarbeit: Ein Nabu-Helfer zersägt die vom Uferbereich entfernten Baumstämme in kleine Stücke, um den Abtransport zu erleichtern.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Wind und Wetter können einem engagierten Naturschützer nichts anhaben. Warme Jacken, Gummistiefel und Handschuhe - mehr braucht ein Ronnenberger Nabu-Helfer nicht, um erst nervigem Nieselregen und dann auch noch dicken Schneeflocken zu trotzen. "Mütze auf, sonst wird der Kopf nass", sagt Andreas Matuschke lachend und zerlegt mit einer Motorsäge einen Baumstamm.

Offenbar ist es aber auch das Glück des Tüchtigen - oder das feine Gespür des Nabu für Schnee: Als gegen Mittag aus Nieselregen Schneefall wird, haben die ehrenamtlichen Umweltschützer den Großteil ihrer Arbeit bereits erledigt. "Das ist die alljährliche Rückschnittaktion an den Biotopen", sagt Nabu-Vorstandsmitglied Alfred Reese. Er hat die Aktion federführend organisiert. "In enger Abstimmung mit der Stadt und dem Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine", betont er. Der Nabu ist Vertragspartner der Stadt, der Gewässerverband finanziert die entstehenden Kosten.

Es ist eine alljährliche Pflegetour durch das Stadtgebiet. Jahr für Jahr treffen sich die freiwilligen Nabu-Helfer an vier Wochenenden Im Januar, um entlang der Ihme an den Uferbereichen sperriges und altes Gehölz zu entfernen, Weiden zu verjüngen und Buschwerk zurück zu schneiden. Diesmal stehen etwa 200 Meter rund um die beiden Umfluter nahe der Kückenmühle auf dem Programm. Etwa die Hälfte des Areals sei eine Ausgleichsfläche für die Verlängerung der Stadtbahn nach Wettbergen-West, sagt der Nabu-Vorsitzende Rainer Tubbe. Dann wirft er einen Blick auf den Uferbereich."Die Kopf- und Strauchweiden werden im Fünfjahresrhythmus verjüngt." Das sei unbedingt erforderlich. Der Grund: "Wenn das Gehölz veraltet, bricht es irgendwann auseinander und blüht nicht mehr", sagt Tubbe. Der radikale Rückschnitt fördere dagegen die Bildung der sogenannten Kätzchen - das sind die Blütenstände der Weiden. "Die sind wichtig als frühe Bienennahrung", weiß der Naturschutzbeauftrage für Ronnenberg.

Zu den rund 20 Helfern gehört auch Friedrich Hüper. Der Geschäftsführer des Pflegeverbandes ist etwa 50 Meter weiter an einer anderen Stelle des Ufers im Einsatz. Dort ist ein regelrechter Kahlschlag notwendig. "Die Eigendynamik des Wassers soll als natürlicher Vorgang die Ufer verändern. Das Wasser soll die Prall-Ufer angreifen", sagt Hüper. Sperriges Gehölz mit festen Wurzeln behindere diesen Vorgang. "Deshalb müssen an den Prallseiten die Baumstämme und später mit einem Bagger die Wurzeln entfernt werden."

Als gegen Mittag aus Schneeregen dicke Flocken werden, beenden die Nabu-Leute ihren Einsatz. Sie haben auch schon das Holz gestapelt und loses Geäst geschichtet. "Das Holz wird abtransportiert, wenn der Boden nach leichtem Frost befahrbar ist - als Brennholz zum Heizen", sagt der stellvertretende Nabu-Vorsitzende Manfred Vollmer. Loses Geäst werde später vor Ort geschreddert. In der nächsten Woche wollen sich die Helfer wieder treffen. "Dann wird das Buschwerk am Kapellengraben in Ihme-Roloven bearbeitet", sagt Vollmer.

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