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Neubürger fühlen Harms auf den Zahn

Ronnenberg Neubürger fühlen Harms auf den Zahn

Hoher Besuch im Deutschkurs: Stephanie Harms hat sich den Fragen der Teilnehmer gestellt. Dabei konnten die VHS-Schüler der Bürgermeisterin Aussagen zu ihrer politischen Zukunft entlocken. Sie werde definitiv für eine zweite Amtszeit kandidieren, sagte Harms.

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VHS-Dozent Chrstoph Walther (links), Bürgermeisterin Stephanie Harms (5. von rechts) und die Kursteilnehmer diskutieren über die Probleme und Herausforderungen für die Stadt Ronnenberg.

Quelle: Marcel Sacha

Empelde.  Experten sind sich einig: Das Beherrschen der Sprache ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Integration und in das Berufsleben. 13 Migranten aus Ländern der EU und aus Kriegsgebieten haben sich deshalb dazu entschlossen, das Sprachangebot „Berufsbezogene Deutschförderung für die Arbeitsmarktintegration“ der Volkshochschule Calenberger Land in Anspruch zu nehmen, das vom Bundesamt für Migration für Flüchtlinge (BAMF) finanziert und koordiniert wird. Am Montag haben die Kursteilnehmer dabei einen besonderen Gast in ihrem Unterrichtsraum in der Marie-Curie-Schule in Empfang genommen: Bürgermeisterin Stephanie Harms kam zu Besuch und stellte sich den teils politischen, teils persönlichen Fragen der Anwesenden.

 So wollten die Kursteilnehmer von der Bürgermeisterin unter anderem erfahren, wie der Arbeitsalltag einer Verwaltungschefin aussieht und welche Qualifikationen man benötigt, um ein solches Amt auszuführen. „Jeder Tag sieht bei mir anders aus“, sagte Harms, „Die Themen sind immer unterschiedlich.“ Mal gehe es um die Sicherstellung der Kinderbetreuung, an anderen Tagen wiederum um Straßen oder Finanzen. Einige Tätigkeiten fielen jedoch täglich an: Emails bearbeiten, Besprechungsrunden und viele Telefonate führen.

Nach und nach wurden die Fragen der Syrer, Iraker, Polen oder Bulgaren konkreter. So wollte beispielsweise der Kursteilnehmer Ilias die wichtigsten Ziele der Bürgermeisterin für die laufende Amtsperiode erfahren. Harms nannte daraufhin vier Themenbereiche, die für sie von elementarer Bedeutung seien: Die Sicherstellung der Kinderbetreuung, den Breitbandausbau, die Verschönerung aller Ortsteile sowie ein Abbau der Liquiditätskredite. Vor allem bei der Digitalisierung liege Ronnenberg noch weit vom angestrebten Ziel der Bürgermeisterin entfernt. „Gerade in den kleineren Ortschaften ist die Internetgeschwindigkeit noch nicht auf dem Niveau, wie wir es gerne hätten“, sagte sie.

Harms kündigt erneute Kandidatur an

Bis zur nächsten Bürgermeisterwahl in Ronnenberg sind es noch ganze vier Jahre. Dennoch hat sich die aktuelle Amtsinhaberin bereits entschieden, im Jahr 2021 erneut als Kandidatin anzutreten. Als die Kursteilnehmerin Karolina die Bürgermeisterin fragte, ob sie eine zweite Amtszeit anstrebe, sagte Harms: „Definitiv ja.“ Die Arbeit mache ihr sehr viel Spaß, auch wenn sie hin und wieder anstrengend sei und ein Arbeitstag schon einmal bis in die Nacht andauere. Als Bürgermeisterin schätze sie besonders den Kontakt zu den Leuten vor Ort – sei es auf Vereinsfesten oder beim Einkaufen. Daher fiel ihre Antwort auf die nächste Frage von Karolina ebenso eindeutig aus. Harm schloss für die Zukunft aus, jemals als Bundestagsabgeordnete nach Berlin zu ziehen. „Das wäre mir zu weit von der Heimat und den Leuten entfernt“, sagte die Bürgermeisterin.

Harms wurde im Jahr 2013 für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Im Falle einer Wiederwahl würde sie von den Ronnenberger Bürgern jedoch nur noch ein Mandat für fünf Jahre erhalten. Im Zuge einer Reform des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes im Jahr 2013 wurde die Dauer der Amtsperioden für Bürgermeister auf fünf Jahre verkürzt, sodass spätestens ab 2021 landesweit die Bürgermeisterwahlen auf den selben Tag wie die Kommunalwahlen fallen. ms

  Der Großteil der Kursteilnehmer lebt erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland. Dennoch waren sie dazu in der Lage, ein flüssiges Gespräch mit der Bürgermeisterin zu führen, wofür Harms den Anwesenden ihren Respekt zollte. „Das ist wirklich erstaunlich, wie gut Sie bereits die deutsche Sprache beherrschen“, sagte sie den Teilnehmern und ergänzte: „Ich glaube nicht, dass ich mich in so kurzer Zeit in Ihrer Muttersprache mit Ihnen unterhalten könnte.“

Der VHS-Kurs liegt auf dem B2-Niveau. Der entsprechende Abschlusstest bedarf laut Dozent Christoph Walther jedoch einer Überarbeitung. Teilweise würden grammatikalische Ausnahmeregelungen erfragt, die auch die meisten deutschen Neuntklässler nicht beherrschten. „Für die Kommunikation im Alltag und am Arbeitsplatz spielen solche Feinheiten überhaupt keine Rolle“, sagte er.

Von Marcel Sacha

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