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Neue Sicherung gibt blitzschnell Halt

Ronnenberg Neue Sicherung gibt blitzschnell Halt

Weniger Zusatzausrüstung, schneller verankert: Die Stadtfeuerwehr Ronnenberg setzt künftig bei ihren Einsätzen auf ein neues Sicherungssystem mit eingebauter Halteschlaufe. Künftig sind die Karabinerhaken und Rettungsschlingen zur Sicherung der Einsatzkräfte in die Schutzausrüstung integriert.

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Die Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Ronnenberg machen sich mit den neuen integrierten Rettungs- und Halteschlaufen (IRS) vertraut und üben am Turm die Selbstrettung.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms zeigte sich jetzt bei einem Fortbildungskurs für die Rettungskräfte aus den Ortsfeuerwehren am Wochenende beeindruckt: "Ich wusste gar nicht, wie viele verschiedene Knoten Feuerwehrkräfte beherrschen müssen", sagte Harms und nickte anerkennend mit dem Kopf.

Sie war als Dienstherrin der Stadtfeuerwehr Ronnenberg gekommen, um sich am Übungsturm in Gehrden bei der Einweisung der Einsatzkräfte ein Bild von der Funktionsweise des neuen Haltesystems zu machen. IRS - diese Abkürzung steht für den Namen des neuen Mechanismusses: Integrierte Rettungs- und Halteschlaufe. Genau 100 Exemplare hat die Stadt Ronnenberg von den IRS-Systemen angeschafft, damit die Feuerwehr künftig bei ihren Einsätzen noch schneller und viel unkomplizierter als bisher optimalen Halt hat - mit einer weitaus höheren Tragkraft, als das maximale Körpergewicht einer Einsatzkraft.

Für Mario Schrader, Ausbildungsleiter der Stadtfeuerwehr, hat sich die 14.000-Euro-Investition aber durchaus gelohnt. "Möglich macht das die neue Einsatzkleidung, weil das System mit Karabinerhaken, Gurt und Rettungsschlinge jetzt in die Jacken integriert ist", sagte Schrader. Bislang sei es bei der alten Schutzausrüstung erforderlich gewesen, nachträglich einen zusätzlichen Tragegurt anzulegen, um sich zu sichern. Diese Zusatzausrüstung und auch der bislang erforderliche zusätzliche Zeitaufwand falle künftig bei Einsätzen weg.

Die Stadtfeuerwehr zählt zurzeit zwar insgesamt rund 270 aktive Rettungskräfte. "Ausgestattet werden müssen mit dem IRS-System in den Jacken aber nur die Atemschutzgeräteträger, die auch bei den Löschangriffen eingesetzt werden", sagte Schrader. Außer der Feuerwehr Ronnenberg verfügt in der Region Hannover bislang nur die Feuerwehr Seelze über das neue System.

Bei der Einweisung am Sonnabend haben sich weitere 15 der aktiven Feuerwehrleute aus den sieben Ortswehrenmit der Funktionsweise und den Möglichkeiten der neuen Sicherheitstechnik vertraut gemachen, zunächst im Ronnenberger Gerätehaus im Theorieunterricht. Das Besondere am IRS: "Mit den integrierten Schlaufen ist auch eine Sicherung von zwei Einsatzkräften untereinander in Gebäuden möglich", sagte Schrader. Außerdem diene das neue System auch als Abschlepphilfe auf flachen Ebenen.

Nach der Unterrichtseinheit stand dann aber der Praxistest auf dem Programm: Selbstrettung vom Turm - das sollten die Kursteilnehmer auf dem Gelände der Kollegen aus Gehrden immer wieder üben. Außerdem erläuterte Ausbilder Dennis Hechler, wie das Gurtsystem als Sicherung für Einsätze auf der Drehleiter funktioniert und wo sich die Halterungen dort am besten befestigen lassen. Grundregel: "Gurt und Seil sollten bei Höheneinsätzen nie lose durchhängen, sondern immer leicht gespannt sein", sagte Hechler.

Ausbildungsleiter Schrader verriet weitere Details: So betrage die Haltbarkeitsdauer eines IRS-Systems zehn Jahre. Der Anschaffungspreis pro Exemplar: 140 Euro. Dass die Einsatzkräfte bei den praktischen Übungen trotzdem noch zusätzlich mit einer zweiten Vorrichtung gesichert wurden, war aber keineswegs dem fehlenden Vertrauen in die neue Technik geschuldet. "Bei Übungen ist das nach den Bestimmungen der Feuerwehrunfallkasse vorgeschrieben", betonte Schrader.

Spender ermöglichen neue Einsatzkleidung

Vor etwa zwei Jahren hat die Stadt Ronnenberg damit begonnen, ihre Freiwillige Feuerwehr Stück für Stück mit einer neuen Einsatzkleidung auszustatten. Ein Großteil der rund 270 Einsatzkräfte trägt bereits die sandfarbenen Jacken und Hosen mit neongrünen Signalstreifen. Laut Feuerwehr ist das Material atmungsaktiv, leicht und funktionsgerecht, die Jacken sind kürzer und besser zu sehen als die Vorgängermodelle. Eine kurzfristige Temperaturbeständigkeit bei etwa 1000 Grad gewährleiste großen Hitzeschutz. Pro Person kostet eine Kombination bis zu 1300 Euro.

Ermöglicht wurde die neue Ausstattung auch durch Sponsoren, die sich an einer Werbeaktion der Stadt beteiligten - darunter Firmen, Gewerbetreibende und Privatpersonen. Die Stadt investierte 300 000 Euro für die neue Ausrüstung der Brandbekämpfer. Ein Drittel der Kosten übernahmen die Sponsoren. Die Stadtfeuerwehr selbst ist mit einem festen Betrag aus dem eigenen Budget beteiligt. Laut Feuerwehrkommando konnte der Beschaffungszeitraum für die Einsatzkleidung durch die Sponsoren von zehn auf drei Jahre verkürzt werden.

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