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Der Nachwuchs soll sich niederlassen

Linderte Der Nachwuchs soll sich niederlassen

Gemeinschaftprojekt mit Mehrfacheffekt: Der Naturschutzbund (Nabu) Ronnenberg und die Jugendfeuerwehr Linderte haben mit fast 30 Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf Holznistkästen für bedrohte Vogelarten angefertigt - eine Aktion mit drei ehrgeizigen Zielen: Nachwuchswerbung, Integrationsförderung und Umweltschutz.

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Umweltschutz und Nachwuchswerbung: Vorstandsmitglied Alfred Reese (hinten rechts) und die Nabu-Helfer zeigen den Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf, wie die Holzbretter der Nistkästen aneinander festgeschraubt werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Linderte. Im Feuerwehrgerätehaus in Linderte ist der Lärmpegel am Anschlag: Es wird gehämmert, geschraubt und geschmirgelt - sogar drei kleine Heißgebläse sind Einsatz. "Wir müssen das Dach mit Bitumen-Schweißbahn abdichten, um das Innere der Nistkästen vor Feuchtigkeit zu schützen", sagt der Nabu-Helfer Andreas Matuschke und bläst beharrlich heiße Luft auf den Baustoff.

Nur wenige Meter weiter bearbeiten drei Kinder mit Schmirgelpapier die Einfluglöcher: "Damit die Vögel sich nicht an Holzsplittern weh tun und ihr Gefieder ramponieren", sagt die elfjährige Lena routiniert. Was alles zu tun ist, weiß auch Nabu-Vorstandsmitglied Alfred Reese: Er ist mit insgesamt acht Naturschützern ins Gerätehaus der Einsatzabteilung in Linderte gekommen - mit passend zugesägten und vorgebohrten Holzbrettern, mit Werkzeug und Produktionsmaterial. "Damit die Kinder nur noch die einfachen Handgriffe erledigen müssen", sagt Reese.

Der Nabu bietet die Aktion mit der Jugendfeuerwehr kostenlos an. "Es ist zwar ein Freizeitangebot für Kinder, es geht aber auch um Umweltschutz", sagt Reese. Heutzutage sei es für manche Vogelarten äußerst schwer, Nist- und Schlafplätze zu finden. "Kaum Totholz, dichte Besiedlung, und die Häuser sind energetisch so gut abgedichtet, dass sich kaum Ritzen finden lassen." Der Nabu ist auch noch aus einem dritten Grund in Linderte im Einsatz: "In diesem Dorf haben wir kaum Mitglieder, deshalb wollen wir nicht nur bei den Kindern Umweltbewusstsein wecken, die Aktion ist auch Nachwuchswerbung", sagt Reese. Für Mensch und Tier gilt buchstäblich das gleiche Angebot: Der Nachwuchs soll sich niederlassen.

Einen Mehrfacheffekt erzielt auch die Feuerwehr mit der Aktion: Freizeitangebot, Nachwuchsarbeit - "Und es ist auch eine Aktion, um die Kinder von Asylbewerbern ins Dorfleben zu integrieren", sagt Jugendfeuerwehrwart Andreas Kolmer. Inzwischen ist der Lärmpegel im Gerätehaus deutlich gesunken. Die Schrauben sind fest, Ecken und Kanten abgefeilt. Stolz präsentieren genau 26 Kinder und Jugendliche aus dem Dorf ihre handgemachten Holzprodukte. "Meinen Nistkasten hänge ich bei uns im Garten auf", sagt der zehnjährige Erik stolz.

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