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Plan für neue Grundschule gerät ins Stocken

Empelde Plan für neue Grundschule gerät ins Stocken

Eigentlich sollte der Bau einer zweiten Grundschule in Empelde in der letzten Ratssitzung am 28. September beschlossen werden. Doch nun geraten die Pläne noch einmal ins Stocken. Die Politik möchte sich die Option einer Vergrößerung erhalten - das ist am geplanten Standort aber kaum möglich.

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Auf dem Hartplatz der Bezirkssportanlage Auf dem Hagen soll eine neue Grundschule entstehen.

Quelle: Nils Oehlschläger

Empelde. Das Ronnenberg ein attraktiver Wohnstandort speziell für junge Familien ist, darüber sind sich alle politischen Parteien und die Verwaltung einig. Doch ob der Standort so attraktiv ist, dass die zweite geplante Grundschule in Empelde wegen der hohen Zahl an Kindern in absehbarer Zeit mehr als zweizügig werden könnte, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Während die Stadtverwaltung an solch einer Entwicklung große Zweifel hat, wollen sich speziell SPD und Grüne zumindest die Möglichkeit erhalten, die Schule später zu erweitern. Der Neubau soll nach derzeitigem Stand in unmittelbarer Nähe zur KGS auf dem Hartplatz der Bezirkssportanlage Auf dem Hagen entstehen.

Doch an dieser Stelle, das machte Bürgermeisterin Stephanie Harms deutlich, würde es solch eine Option nicht geben. "Wenn wir über eine Drei- oder Vierzügigkeit nachdenken, dann ist dieser Standort nicht mehr möglich. Dann müssten wir über einen anderen Standort nachdenken", sagte sie und verwies gemeinsam mit ihrem Ersten Stadtrat Torsten Kölle auf die Wachstumsprognosen. "Wir würden knapp 2000 Einwohner mehr benötigen, um in diesen Bereich zu kommen", rechnete Harms vor. "Und das sehe ich beim besten Willen nicht."

Dennoch möchte die Politik sich diese Möglichkeit offen halten. "Wir sollten die Chance nutzen, die Planungen so zu wählen, dass wir auch auf einen anderen Bedarf reagieren könnten", erklärte Uwe Specht für die SPD. Daher stellten die Sozialdemokraten im Bildungsausschuss gemeinsam mit den Grünen einen Änderungsantrag, die Planungen und den Bau so anzulegen, dass die Schule jederzeit ausgebaut werden kann. "Die Beschränkung auf eine zweizügige Schule würde uns keinen Spielraum lassen", ergänzte Grünen-Politikerin Dorothea Pein. "Wir sollten aufpassen, dass wir uns nicht künstlich einengen und dann in fünf Jahren möglicherweise über einen dritten Bau nachdenken müssen."

Auch die CDU möchte die Erweiterungsmöglichkeit noch einmal in die Planungen einbeziehen. Zwar sei es laut Hans-Heinrich Hüper eher unwahrscheinlich, dass die Zahl der Kinder angesichts der wenigen freien Bauflächen erheblich ansteigen werde. Dennoch würden die Christdemokraten das Thema am liebsten erst in der neuen Zusammensetzung des Rates abschließend behandeln. Über den  Änderungsantrag von SPD und Grünen wollten sie daher am Montagabend im Ausschuss auch lediglich beraten - nicht aber beschließen.

Dass der Rat den Neubau der zweiten Grundschule in seiner letzten Sitzung Ende September beschließen wird, erscheint eher unwahrscheinlich. Und das könnte laut Kölle das gesamte Projekt deutlich verzögern. "Wir können dann keine Garantie geben, dass wir zum Schuljahr 2020/2021 starten können", erklärte der Erste Stadtrat. Vor allem dann nicht, wenn der neue Rat die Erweiterungsoption beschließen sollte. Dann müsste die Suche nach einem geeigneten Standort neu beginnen. 

Gemeinsame Grund- und Förderschule denkbar?

Eine neue Idee brachte Jochen de Vries, der Leiter der Selma-Lagerlöf-Förderschule, in die Diskussion um den Neubau der zweiten Grundschule in Empelde. Er könnte sich gut vorstellen, beide Schulen an einem kooperativen Standort zusammenzulegen. Bislang hat die Empelder Förderschule eine Außenstelle an der Grundschule Wettbergen. Doch diese Kooperation verlaufe laut de Vries nicht zur Zufriedenheit der Selma-Lagerlöf-Schule. "Durch eine gemeinsame Lösung hätten wir die Kinder in der Nähe und zugleich die Chance, sie gemeinsam mit den Grundschülern zu unterrichten", sagte er. Die Stadtverwaltung hat zu diesem Thema bereits Gespräche mit der Region als Träger der Selma-Lagerlöf-Schule geführt. Allerdings habe die Region sich dabei laut Torsten Kölle eher skeptisch zur Finanzierbarkeit dieser Idee geäußert. "Zudem bräuchten wir dann noch mehr Platz", ergänzte der Erste Stadtrat.

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