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Realverband weist Vorwürfe des Nabu zurück

Ronnenberg Realverband weist Vorwürfe des Nabu zurück

Verhärtete Fronten im Streit um einen Rückschnitt in der Ronnenberger Feldmark: Der Naturschutzbund (Nabu) hält es für das Werk von Jägern und eine mutwillige Beschädigung seiner Ausgleichsfläche - der Realverband hingegen pocht
auf die Rechtmäßigkeit einer dringend erforderlichen Pflegemaßnahme.

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Landwirt, Jäger und auch im Realverband: Hermann Voges steht auf der Grenze vom Nabu-Areal zu seinem Acker - und er versichert, den Rückschnitt beim Realverband beantragt zu haben, um den Feldweg besser befahren zu können.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Für den Realverband sind die Vorwürfe völlig haltlos. "Diese Rückschnitte wurden nicht unrechtmäßig von Jägern vorgenommen, sondern es handelt sich um eine normale Wegeunterhaltung des Realverbandes", sagt der Landwirt Hermann Voges. Er selbst habe die Pflegeaktion beantragt, weil der Feldweg zu seinem angrenzenden Acker wegen stark gewachsener Hecken nur noch schlecht zu befahren sei.

Die Vorgeschichte: Der Nabu-Vorsitzende Rainer Tubbe hatte vor wenigen Tagen am Rand einer Nabu-Streuobstwiese nahe einem Jägerhochsitz meterweise platt gewalzte Sträucher und Hecken sowie entwurzelte Gehölze entdeckt. Für Tubbe und Stellvertreter Manfred Vollmer steht fest: Ihre ehrenamtlich angepflanzte Fläche wurde von Jägern zerstört, um vom Hochsitz aus ein besseres Schussfeld zu haben.

Das weist Voges entschieden zurück. Der Landwirt ist nicht nur im Realverband, sondern auch selbst Jäger - und er sagt: "Es gibt aus Jägersicht keinen einzigen Grund, die Hecken an dem Hochsitz zu entfernen." Vielmehr sei es für die Jagd kontraproduktiv. Voges betont außerdem: "Sowohl der Hochsitz, als auch die zurückgeschnittenen Sträucher und Gehölze stehen auf dem Grundstück des Realverbandes." Die Nabu-Fläche grenze nur an.

Dass auch dort Hecken zurück geschnitten worden seien, habe einen Grund. "Das ist Wildwuchs der Pflanzen des Realverbandes, und diese Gewächse müssen vom Verband wieder zurückgenommen werden." Nicht ein einziger gekürzter Strauch sei dort jemals vom Nabu gepflanzt worden. Voges räumt zwar ein: Die in Auftrag gegebene Maßnahme sei nicht besonders schön ausgeführt worden. Trotzdem: Hintergrund sei es ausschließlich gewesen, die an den Feldweg angrenzenden Sträucher auf ein ökologisch sinnvolles Maß zu stutzen, um den Weg für den landwirtschaftlichen Verkehr frei zu halten.

Um die Jäger aus der Schusslinie zu nehmen, äußert sich auf Nachfrage auch der Realverbandsvorsitzende Hermann Haller. "Ich kann die Ausführungen von Voges bestätigen", sagt er. Der Realverband habe die Rückschnitte auf Antrag von Voges veranlasst. Der Verband sei für die Wege und Flurstücke unterhaltungspflichtig und habe auch das Recht, angrenzende Flächen für Pflegemaßnahmen zu befahren.

Trotzdem bedauert Haller den Streit: "Realverband, Jäger, Nabu - wir sollten alle an einem Strang ziehen." Das findet auch Tubbe: "Künftig sollten wir uns bei Problemen besser absprechen", sagt der Nabu-Vorsitzende. Er bleibt aber bei seiner Meinung. "Auch wenn der Hochsitz zu einem großen Teil auf dem Grundstück des Realverbandes steht: demoliert wurden große Teile der Nabu-Flächen - und zwar ungefragt." Tubbe legt sogar nach: Haller und Voges seien beide Jagdpächter. "Jetzt schieben sie die Aktion dem Realverband zu, dabei hat es ganz offensichtlich mit dem Hochsitz zu tun."

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