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Viel Gesprächsbedarf zum Thema Religion

Ronnenberg Viel Gesprächsbedarf zum Thema Religion

Einen Tag vor Beginn des Jubiläumsjahres 500 Jahre Reformation hat der Kirchenkreis Ronnenberg am Sonntag mit seinem Reformationsempfang einen ersten Anstoß zu den Feierlichkeiten gegeben. Als Thema einer Podiumsdikussion stand die Frage "Wie viel Religion verträgt die Gesellschaft?"

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Andrea Radtke (v. l.), Martin Memming, Emine Oguz, Wichard von Heyden, Hendrik Brandt und Silvia Bethe auf dem Podium.

Quelle: Uwe Kranz

Ronnenberg. Superintendentin Antje Marklein begrüßte in der Ronnenberger Michaeliskirche 150 geladene Gäste aus verschienenen Religionsgemeinschaften, Schule, Politik, Gesellschaft, Vereinen und Polizei. "Es sind aber auch viele der freien Einladung gefolgt", sagte Pastor Wichard von Heyden erfreut. Er führte gemeinsam mit Marklein durch die folgende Diskussion von fünf Persönlichkeiten unterschiedlicher Gesellschaftsbereiche, die zunächst jeweils ihren Standpunkt zur Verträglichkeit von Religion und Gesellschaft in einer kurzen Rede darlegten.

Die Schulleiterin des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Barsinghausen, Silvia Bethe, appelierte, die Schüler nicht mit dem Fundamentalismus allein zu lassen. "Religionsunterricht in den Schulen ist ein Aktivposten für das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft", meinte sie.

Krankenhäuser, so Martin Memming, ärztlicher Direktor am Gehrdener Robert Koch Klinikums, hätten historisch einen religiösen Bezug. Es sei aber nicht immer förderlich über jedem Bett ein Kreuz aufzuhängen. "Der Mensch sucht Gott, oder er sucht ihn nicht." Heutzutage müsse man Religion anders anbieten.

Die christliche Gesellschaft sehe sich herausgefordert durch Menschen, denen Religiösität sehr wichtig ist, befand Hendrik Brandt, Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Bei Muslimen sei Religion etwas selbstverständliches - Christen hätten es oft nicht mehr so damit. Die Offenheit Andersgläubigen gegenüber sei aber das Entscheidende.

Emine Oğuz, Geschäftsführerin der DITIB islamische Religionsgemeinschaft Niedersachsen/Bremen, stellte die Rolle der christlichen Kirchen in Deutschland heraus. "Die Kirchen haben diesen Staat geprägt", sagte sie und stellte fest "Religion trägt die Gesellschaft, und wir sind ein Teil der Gesellschaft."

"Religion ist keine Privatsache", betonte Andrea Radtke, Oberlandeskirchenrätin der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Der Glaube werde in Deutschland nicht in die Hinterhöfe verwiesen, sondern artikuliere sich im öffentlichen Raum.

Diese Meinungsvielfalt auf dem Podium rief bereits während der folgenden kurzen Fragerunde eine beachtliche Diskussionsbereitschaft unter den Zuhörern hervor. Nach Ende des Podiumsgespräches, das musikalisch in den Pausen stimmungsvoll von den Gesängen des Cantus Ronnenberg ummalt wurde, verlegten sich die Unterhaltungen dann ins Gemeidehaus, wo die einzelnen Positionen bei einem kleinen Imbiss weiter diskutiert werden konnten. 

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