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Der Lärm soll Leben retten

Ronnenberg/Empelde Der Lärm soll Leben retten

Die lauten Gleisarbeiten an der S-Bahnstrecke zwischen Empelde und Ronnenberg reißen Anwohner aus dem Schlaf – Die Warnsignale für die Bauarbeiter sind aber unverzichtbar.

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Lebensnotwendig: Für die Bauarbeiter sind die Warnsignale aus den Lautsprechern entlang der S-Bahnstrecke unverzichtbar.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Laute Stromgeneratoren und schrille Warnsignale im Minutentakt: Seitdem auf der S-Bahnstrecke zwischen Empelde und Ronnenberg rund um die Uhr die Gleise erneuert werden, finden etliche Anwohner nachts kaum noch Schlaf. Für viele sind die Ruhestörungen unerträglich. Für die Gleisbauer sind aber gerade die lauten Warnungen unverzichtbar. Von Ingo rodriguez Empelde. Die Deutsche Bahn hat zwar wegen der Arbeiten etliche Züge gestrichen.

Trotzdem: Unmittelbar, bevor eine S-Bahn auf dem freien Gleis eine Baustelle passiert, ertönt aus mehreren Lautsprechern ein akustisches Signal. Zusätzlich blinken gelbe Lampen. Mehrmals in der Stunde werden den Gleisbauarbeitern damit herannahende Züge angekündigt. Für sie heißt es dann: Runter vom Gleis, die Reichweite der Sogwirkung verlassen. Für viele Anwohner sind die Ruhestörungen nachts kaum auszuhalten. Aber: Um die Einschränkungen für Fahrgäste und Anrainer der stark frequentierten Zug-strecke von Hannover Richtung Deister möglichst bis zum Ende der Sommerferien zu beenden, sind die Mitarbeiter einer europaweit tätigen Gleisbaufirma rund um die Uhr im Einsatz – auch am Wochenende.

Anwohner Josef Reinelt schlägt wegen des schlafraubenden Lärms entlang des Abschnitts zwischen den Bahnübergängen an der Ronnenberger und der Empelder Straße den Einsatz leiserer Technik vor: „Es gibt flüsterleise Stromgeneratoren. Außerdem könnten die Arbeiter über mitgeführte Meldeempfänger, ähnlich wie bei der Feuerwehr, ebenso effektiv gewarnt werden, wie über die akustischen Signale“, meint er. Übrig bliebe unvermeidlicher Baulärm, der sich auf den unmittelbaren Arbeitsort beschränke und nicht tagelang den ganzen Ort belästige. Die Bahn äußert sich dazu auf ihrer Internetseite: „Trotz moderner lärmgedämpfter Geräte lassen sich ruhestörende Geräusche nicht vermeiden.“

Die Warneinrichtungen würden von den Unfallkassen ausdrücklich gefordert und den Gegebenheiten angepasst. Von den in Empelde tätigen Gleisbauern zeigen einige sogar Verständnis für lärmgeplagte Anwohner. Die lauten Signale des sogenannte Rottenwarnsystems seien für sie jedoch lebensnotwendig. Ein leitender Mitarbeiter bittet um Verständnis: „Die Warnsignale werden von Zügen über Kontakte in den Gleisen ausgelöst und erlauben die Arbeit im Dunkeln und bei schlechter Sicht“, sagt er. Optische Signale allein seien unzureichend. Es habe sich schon einmal ein tödlicher Unfall ereignet, weil ein Mitarbeiter nach dem Ausschalten der Akustik die Warnlichter an einem helleren Standort übersehen habe. Er bittet um Geduld: Am Donnerstag sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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