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Kirche will auch Helfern helfen

Ronnenberg Kirche will auch Helfern helfen

Ehrenamtliche Helfer aus den Kirchengemeinden, die sich um oftmals traumatisierte Flüchtlinge kümmern, erhalten Unterstützung. Die kirchliche Lebensberatungsstelle in Ronnenberg bietet ihnen Gespräche an.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Ronnenberg. Auch die Asylsuchenden sollen psychologisch betreut werden. Die Arbeit mit und für Flüchtlinge bleibt ein Thema der Kirche. In der Sitzung des Kirchenkreistages am Freitagabend im Gemeindehaus der Michaeliskirche stellten unter anderem die kirchlichen Initiativen aus Weetzen, Gehrden und Benthe ihre Aktivitäten vor. Die ehrenamtlichen Betreuer wiesen darauf hin, dass nicht nur die materiellen Hilfeleistungen wichtig seien, sondern auch die persönlichen Kontakte.

Jeder Flüchtling bringe seine eigene, individuelle Geschichte mit, häufig verknüpft mit Traumata, lauten die Erfahrungen der Helfer. Hier will der Kirchenkreis in Zukunft noch stärker aktiv werden. Sigrid Haynitzsch, Leiterin der Ehe- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises, ging auf die verschiedenen Formen von Traumata und ihre Wirkung noch Jahrzehnte später im Leben der Betroffenen ein.

Familien auf der Flucht erlebten eine sequenzielle Traumatisierung, unter anderem durch die miterlebten Kriegshandlungen, durch Verfolgung, Lebensgefahr, den Verlust der eigenen Wurzeln, Schuldgefühle gegenüber den Zurückgebliebenen, referierte die Therapeutin in der Kirchenkreistagssitzung. Auch im Exil setze sich die Traumatisierung fort, durch Erlebnisse von Misstrauen und Ablehnung, durch einen unsicheren Aufenthaltsstatus oder eine ungewisse Zukunft.

Es sei nun wichtig, die Flüchtlinge zu stabilisieren, indem ihnen Beziehung angeboten werde. „Wir arbeiten mit den Ressourcen der Geflüchteten, indem ihr Überleben wertgeschätzt wird und deutlich wird, dass das Trauma nur ein Teil ihres Lebens ist. Wir heißen willkommen und stützen sie in der Zukunftsplanung“, erklärte Haynitzsch. In der Beratungsstelle will sie auch Ehrenamtlichen Gespräche über die Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit anbieten.

Gemeinden betreuen Flüchtlinge

In den evangelischen Kirchengemeinden haben die Ehrenamtlichen oft den Anstoß für eine aktive Willkommenskultur für Flüchtlinge gegeben. Sie arbeiten mit Vereinen, Einzelpersonen und den Kommunen zusammen. In Weetzen bewährt hätten sich die Fahrradwerkstatt, die Treffen für Kinder und Frauen im Flüchtlingsheim sowie Sprachkurse, berichtete Birgit Sendler-Koschel in der Kreistagssitzung. In Gehrden unterstützt die Margarethengemeinde die Flüchtlingsinitiative durch Zuschüsse für einen Sprachkurs, außerdem stellt sie die Räume für ein wöchentliches Nähcafé für Frauen zur Verfügung. Bereits im Vorfeld hat sich in Benthe der Arbeitskreis Willkommen gegründet, der sich auf die Ankunft von Flüchtlingen in einer Containerunterkunft im Herbst vorbereitet. „Wir stehen in den Startlöchern. Spenden sind auch schon auf ein Konto eingegangen“, sagte Pastor Martin Funke.

Laut Superintendentin Antje Marklein wird nicht ausgegebenes Projektgeld des Kirchenkreises in Höhe von 100.000 Euro an die Gemeinden ausgeschüttet. So erhält eine Gemeinde mit durchschnittlich 2600 Mitgliedern 3850 Euro, eine Gemeinde mit 470 Mitgliedern 1990 Euro.

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Die Stadt Hannover will vier weitere Sporthallen zur Unterbringungen von Flüchtlingen nutzen. Derzeit laufen Gespräche mit der Käthe-Kollwitz-Schule (Großbuchholz) und der Sophienschule (Zooviertel), teilte die Verwaltung am Dienstag mit. Die Einrichtungen würden jeweils die beiden Hallen ihrer Außenstellen nicht mehr nutzen können.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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