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Eiscafé Dolomiti muss nach 44 Jahren schließen

Ronnenberg Eiscafé Dolomiti muss nach 44 Jahren schließen

In dem beliebten Ronnenberger Eiscafe Dolomiti gehen 44 Jahre nach der Eröffnung die Lichter aus. Gastronom Leo Scarzanella muss den Betrieb einstellen, weil sein Mietvertrag nicht verlängert wird. Das Gebäude soll abgerissen werden und neuer Wohnbebauung weichen. Dabei würde Scarzanella gern weiter machen.

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Gastronom Leo Scarzanella serviert Stammgast Hartmut Narten im Eiscafé Dolomiti noch einmal eine Kugel Speiseeis.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Die Reaktionen sprechen für sich: Ein Traditionsladen muss schließen, und die Stammkundschaft verabredet sich zu einen Trauermarsch. Sogar im Internet wird dazu aufgerufen - und das gleich auf mehreren Plattformen: Eine Gruppe von langjährigen Gästen will sich am Mittwoch um 18 Uhr an der Lütt Jever Scheune treffen und dann durch den Schmiedegang zur Eisdiele gehen - um sich gebührend von dem italienischen Wirt Scarzanella zu verabschieden.

Dass der 68-jährige Speiseeisverkäufer in Ronnenberg Kultstatus genießt, hat gute Gründe: Seit der Italiener vor 44 Jahren mitten im Ortskern seinen kleinen Eisladen eröffnet hat, sind Generationen von Bürgern zu Stammkunden geworden. "Es gibt viele Kunden, von denen jetzt die Kinder zu mir kommen", sagt Scarzanella.

Dabei war es nicht einfach, als er 1972 mit Ehefrau und Tochter aus dem kleinen 900-Seelen-Dorf Zoldo Alto im Nordosten Italiens auswanderte, um an der Langen Reihe eine Eisdiele zu eröffnen. "Es gab anfangs noch einen zweiten Eisladen, und wir mussten uns die Kundschaft teilen", erinnert sich die gelernte Speiseeisproduzent. Geschwister von Scarzanella waren in den Siebzigerjahren bereits vor ihm in den Großraum Hannover gekommen. Ein Geschäftsmann aus Hannover habe zu dieser Zeit in der ganzen Region etliche Eisdielen eröffnet und Starthilfe gegeben, erzählt der 68-Jährige. Der Tipp, neben einer Schule zu eröffnen, habe sich als goldrichtig erwiesen. "Der Geschäftsmann hat mir auch den Laden besorgt." Die Entwicklung gab ihm kurze Zeit später Recht: Die Konkurrenz gab in Ronnenberg auf, Scarzanella ist immer noch da - inzwischen sogar mit zwei Mitarbeitern und täglich von 10 bis 22 Uhr. "Ich habe Vertrauen aufgebaut", sagt der Italiener. Sogar Bürgermeisterin Stephanie Harms habe sich schon als Kind bei ihm Eis geholt.

Trotzdem soll morgen nach 44 Jahren Schluss sein. Dann will Scarzanella sich von seinen Gästen verabschieden. Das Aus kommt für ihn aber nicht überraschend. "Es gab schon länger nur noch Jahresverträge", sagt er. Der Verkauf des Gebäudes und die Neubaupläne bedeuten für das Dolomiti das Ende. Nicht nur Stammgäste erfüllt das mit Wehmut. Auch Scarzanella würde gern weiter machen - aber nur am gleichen Standort. Aus Altersgründen kommt für ihn ein totaler Neubeginn nicht infrage. "Ich gehe in Rente. Vielleicht werde ich in einem anderen Laden mit meinen Rezepten  Aushilfe oder ich gehe zurück in die Heimat", sagt Scarzanella.

Offensichtlich liegt seine Zukunft aber buchstäblich noch auf dem Eis. Über die genaue Art der Neubaupläne ist das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die Stadt Ronnenberg will dem neuen Eigentümer eine Wohnbebauung mit belebenden Elementen wie Gastronomie empfehlen. Ob Scarzanella in einem Neubau am alten Standort weiter mache? Das hänge vom Angebot ab.

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Fotostrecke Ronnenberg: Eiscafé Dolomiti muss nach 44 Jahren schließen

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