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Ronnenberger gedenken Pogromnacht

Ronnenberg Ronnenberger gedenken Pogromnacht

In zwei Veranstaltungen haben die Ronnenberger Bürger der Reichspogromnacht von 1938 gedacht. Der Förderverein Erinnerungsarbeit ludt am Mittwochabend ins Gemeinschaftshaus, die offizielle Veranstaltung der Stadt fand am Donnerstagmittag statt.

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Bürgermeisterin Stephanie Harms spricht bei der Gedenkveranstaltung an der Stele. 

Quelle: Stephan Hartung

Ronnenberg. 30 Personen waren an der Stele am Weingarten erschienen. Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms erinnerte in ihrer Rede allgemein an ein dunkles Kapital deutscher Geschichte und speziell an die Familie Seligmann. Die Ronnenberger Familie wurde zerrissen - die Nazis brachten das Familienoberhaupt noch vor Ort um, weitere Seligmanns wurden ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

Außer der Stadt Ronnenberg und dem Stadtrat hatte sich auch die katholische Gemeinde St. Maximilian Kolbe und der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg an der Gedenkveranstaltung beteiligt. 

Ein Mitglied des Vereins, Michael Höntsch, veranschaulichte in seiner Rede, wie die richtige Einstellung gegen Fremdenfeindlichkeit sein kann. Das habe er schon in seiner Lehrer-Laufbahn den Schülern im Werte-und-Normen-Unterricht beigebracht. Das habe er aber auch bei seinem jüdischen Enkelsohn bemerkt. Dieser spielt Fußball und berichtete seinem Opa, dass es in der Mannschaft viel Spaß macht - die anderen Fußballer müssten also Juden sein. "Dann habe ich ihm erklärt, woran die Familien von Ali und Mehmet glauben." Der Enkel konnte es nicht verstehen, berichtete von einem Erlebnis unter der Dusche nach dem Training. "Opa, ich habe es genau gesehen, die sehen alle so aus wie ich", berichtete der Junge.

Am Abend zuvor hatte auch der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg an das Schicksal der Synagogengemeinde im Ort erinnert. Die Auseinandersetzung mit dem Terror der Vergangenheit soll auch eine Mahnung für zukünftige Generationen sein.

Rund 70 Besucher waren zu einer Lesung mit Vereinsmitglied Peter Hertel in das Gemeinschaftshaus gekommen. Als Rezitator las Schauspieler Martin G. Kunze unter anderem aus Briefen von überlebenden Ronnenberger Juden vorlas. Für musikalische Umrahmung sorgten Marina Baranova am Flügel und Alon Sariel an der Mandoline unter anderem mit „Drei jüdischen Tänzen“ sowie mit dem traditionellem „Klemzer Tune“.

Das Haus von Siegfried Seligmann in der Velsterstraße, in dem sich der gegen Osten ausgerichtete Betsaal der Synagogengemeinde befand, sei an die damalige Gemeinde Ronnenberg gegangen. Auch daran wurde während der zweistündigen Veranstaltung erinnert. Derzeit betreibt die Stadtverwaltung in dem Gebäude ein Bürgerbüro, das Standesamt und ein Trauzimmer. Seit 1998 weist eine Gedenktafel am Eingang auf die bewegte Vergangenheit hin.

„An die Naziverbrechen zu erinnern, das schmerzt. Erinnerung ist aber schon deshalb notwenig, um den neu aufkommenden rassistischen Bewegungen, Parolen und Entscheidungen in Europa und Übersee entgegentreten zu können“, so Hertel, der in seinen Ausführungen ausdrücklich die 20-jährige Erinnerungsarbeit der Stadt lobte.

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Von Stephan Hartung und Heidi Rabenhorst

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