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Ronnenbergs Schuldenberg wächst

Ronnenberg Ronnenbergs Schuldenberg wächst

Ronnenbergs finanzielle Zukunft sieht düster aus. Bürgermeisterin Stephanie Harms stellte am Mittwochabend einen Etatentwurf vor, der 9 Millionen Euro neue Schulden für Investitionen ausweist. Die Gesamtschulden der Stadt steigen bis Ende 2016 auf 79 Millionen Euro.

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Neue Schulden muss die Stadt Ronnenberg machen, um Investitionen bezahlen zu können.

Quelle: Daniel Reinhardt

Ronnenberg. Kann sich Ronnenberg freiwillige Ausgaben wie das Freibad, den Klimaschutz, die Museen, die Musikschule, Büchereien oder die Jugendarbeit noch leisten? Diese und weitere Bereiche, die das Leben in der Stadt angenehm machen, stellte die Bürgermeisterin zur Diskussion."Wir müssen Prioritäten setzen. Der Rat hat als einen Schwerpunkt das Freibad gewählt, das aber nach der Sanierung jedes Jahr einen Fehlbetrag von rund 200 000 Euro ausweisen wird", mahnte Harms. Geplant ist, das städtische Bad ab Frühjahr 2016 für mindestens 1,2 Millionen Euro sanieren. Anderenfalls droht die Schließung durch die Bäderaufsicht der Region.

Die finanzielle Zukunft für Ronnenberg sehe nicht rosig aus. "Wir müssen über 20 Millionen Euro alte Schulden abbauen", sagte die Bürgermeisterin am Mittwochabend in der Ratssitzung. Das ist in einem Haushaltssicherungskonzept festgelegt und kann nur gelingen, wenn die Stadt Grundstücke verkauft. Bis 2019 werden damit rund 2 Millionen Euro erlöst.

"Wir können uns nur noch das Notwendigste leisten", sagte Harms. Etliche Wünsche der Bürger wie weitere Hortplätze, eine stärkere Überwachung des ruhenden Verkehrs oder ein Stadtarchiv seien nicht finanzierbar, kündigte die Bürgermeisterin an.

Die Stadt muss aber auch zusätzliche Aufgaben finanzieren. Harms nannte unter anderem die Unterbringung der Flüchtlinge. "Die Kosten werden grundsätzlich erstattet und die Region zahlt auch mehr wie manch anderer Landkreis. Dennoch verbleibt ein Zuschussbedarf von rund 215 000 Euro, ohne Personalkosten", sagte Harms.

Die Schulden steigen weiter an. "Wir werden über 9 Millionen Euro neue Kredite aufnehmen, um die geplanten Investitionen durchführen zu können", sagte Harms. Darin sind über 4 Millionen Euro für die Beschaffung von Flüchtlingsunterkünften enthalten.

Die laufenden Ausgaben können nur mit Kassenkrediten finanziert werden, der Höchstbetrag liegt unverändert bei 25 Millionen Euro. "Das ist vergleichbar mit der Überziehung eines privaten Girokontos", erläuterte die Bürgermeisterin.

Nach Vorausberechnungen der Verwaltung wird Ronnenbergs Schuldenberg bis Ende kommenden Jahres auf 79 Millionen Euro gewachsen sein. In den kommenden Wochen beraten die Politiker über den Etatentwurf.

Am Mittwoch, 16. Dezember, informiert die Verwaltung in der Aula der Marie-Curie-Schule in Empelde Bürger und Politiker über die Finanzen der Stadt und die geplanten Ausgaben.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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