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Flüchtlinge ziehen in Container ein

Benthe Flüchtlinge ziehen in Container ein

Etliche Benther haben sich gestern in der neu errichteten Sammelunterkunft für Flüchtlinge an der Salinenstraße umgeschaut. Am Donnerstag ziehen dort die ersten Bewohner ein.

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Das neue Flüchtlingsheim ist bezugsfertig. Lediglich vor der Tür wird noch gearbeitet.

Quelle: Kerstin Siegmund

Benthe. Zwei Betten in jedem Raum, für jeden Bewohner ein abschließbares Fach im Kleiderschrank, Gemeinschaftsküchen, Waschmaschinen und Trockner - der Zweckbau aus Containern ist bezugsfertig. Lediglich an der Befestigung des Außengeländes wird noch gearbeitet. Am Dienstagnachmittag schauten sich zahlreiche Benther die neue Sammelunterkunft der Stadt Ronnenberg ein. Dort sollen am Donnerstagnachmittag voraussichtlich 34 Flüchtlinge einziehen. Weitere Bewohner folgen. Auf zwei Etagen gibt es 46 Betten.

Die Besucher äußerten sich positiv und zugleich erstaunt über den soliden Bau und die gute Qualität der Ausstattung. Etliche von ihnen sind aber auch skeptisch wegen der abgeschiedenen Lage des Wohnheims außerhalb der Ortslage. „Das ist viel zu weit vom Schuss“, sagte eine Anwohnerin.

Der Erste Stadtrat Torsten Kölle verwies auf die Notlage der Kommune. „Bis Jahresende müssen wir in Ronnenberg voraussichtlich 900 Flüchtlinge unterbringen. Deshalb belegen wir alle verfügbaren Flächen. Unser Ziel ist es, die Menschen so schnell wie möglich in Wohnungen zu bringen. Die Sammelunterkunft ist lediglich eine Durchgangsstation."

Zwei Betten, Schrank, Tisch und zwei Stühle gehören zur Ausstattung in jedem Zimmer. „Es ist schön geworden“, sagt eine Besucherin, die sich am Dienstagnachmittag die neue Sammelunterkunft für Flüchtlinge an der Salinenstraße anschaute. Am Donnerstag werden die Bewohner in Ronnenbergs erster Containerunterkunft von Sozialarbeitern in Empfang genommen und mit einem Starterset begrüßt. „Tasse, Teller, Besteck, Bettzeug, Kleiderbügel, Besen und Handfeger gehören dazu“, erläutert der städtische Teamleiter Tilo Valentin.

Die Reinigung der Unterkunft obliegt den Bewohnern. Wie sieht es hier wohl in einigen Wochen aus?, lautete eine Frage, die mehrfach gestellt wurde. „In einer Gemeinschaftsunterkunft geht es meist nicht so pfleglich zu wie in einer abgeschlossenen Wohnung“, berichtete Valentins Kollegin Adrienne Carstens von den Erfahrungen aus den anderen Sammelunterkünften in Weetzen und Ronnenberg.

Die Benther sind noch aus einem anderen Grund gespannt, wie sich die Situation entwickelt. Sie machen sich Gedanken, wie das Zusammenleben der Flüchtlinge funktionieren soll. „Was können die Leute den ganzen Tag hier machen?“, fragte  Manfred Behre.

Der Erste Stadtrat Torsten Kölle berichtete von Sprachkursen, die den Asylsuchenden so schnell wie möglich von Ehrenamtlichen – mit Unterstützung geschulter Lehrer der Volkshochschule – angeboten werden. Die Kurse richten sich an Syrier, Iraker und Eritreer, die sehr schnell von den Ausländerbehörden einen Bleibestatus für ein Jahr erhalten. „Die Flüchtlinge bekommen auch Tipps, wie das Leben in Deutschland funktioniert.“ Weitere Unterstützung wollen Ehrenamtliche aus Benthe anbieten, die am Dienstagabend im evangelischen Gemeindehaus zusammen gekommen sind.

Kölle ließ in der neuen Sammelunterkunft keinen Zweifel daran, dass die Stadt keine Wahl hat. „Wir können nicht stopp sagen, obwohl wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind und ein sehr verdichtetes Gemeindegebiet haben. Die Flüchtlingen werden uns vom Land vor die Tür gesetzt.“

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