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Die Freibadsanierung wird teurer

Ronnenberg Die Freibadsanierung wird teurer

Das Freibad der Stadt Ronnenberg kann technisch saniert und zugleich mit beheiztem Wasser attraktiver werden. So lautete die gute Nachricht, die Diplomingenieur Gerhard Willert vom Ingenieurbüro für Wassertechnik in Empelde am Mittwochabend den Lokalpolitikern in der Grundschule überbrachte.

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Die große Rutsche bleibt erhalten, wenn das Freibad saniert wird.

Quelle: Lisa Malecha Archiv

Empelde. Die schlechte Nachricht: Das Schwimmbecken wird wegen der baulichen Voraussetzungen um ein Viertel kleiner. Die Kosten steigen auf mindestens 1,5 Millionen Euro. Inbegriffen ist ein neues Becken aus Polyester oder Edelstahl, das in die vorhandene Vertiefung eingesetzt wird. Ausgespart werden die Schrägen, so dass sich die Wasserfläche von derzeit 800 auf 560 Quadratmeter verringert. "Es gibt technisch keine andere Möglichkeit. Wenn das vorhandene Becken angefasst werden muss, wird es teurer", sagte Willeke.

Die vorhandene Filteranlage wird saniert und um einen Erdbehälter für das Schwallwasser ergänzt. Neu ist dagegen eine Heizung, die das Wasser auf mindestens 24 Grad erwärmen soll. Ein mobiles Blockheizkraftwerk und eine Erdgasheizung, die an besonders kalten Tagen zugeschaltet wird, gehören ebenfalls zum Konzept. Ein Abdeckung soll verhindern, dass das Wasser nachts abkühlt. "Beträgt die Wassertemperatur weniger als 24 Grad, reduziert das die Nutzung", lauten die Erfahrungswerte des Ingenieurbüros.

Im Preis inbegriffen ist auch ein separates Planschbecken mit Spieltieren zum Klettern und Wassersprühen. Das 60 Quadratmeter große Kinderbecken soll 100 000 Euro kosten. Weitere 75 000 Euro sind für die Gestaltung der Außenbereiche vorgesehen. "Ein neues Bad muss auch attraktiv präsentiert werden", sagte Gerhard Willert.

In der Kostensteigerung enthalten ist auch die Sanierung des Bodens rund um das Becken. Dort ist das Erdreich mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet, die als giftig und krebserregend gelten. In den alten Farbschichten des Schwimmbeckens war vor zwei Jahren PCB gefunden worden. Die Stadt ließ den belasteten Bereich auskoffern.

Die Finanzierung ist die größte Hürde, die die Stadt nehmen muss, bevor sie den Auftrag erteilen kann. Die Kommunalaufsicht der Region hat der hoch verschuldeten Kommune bisher nur 1,2 Millionen Euro an neuen Krediten für die freiwillige Leistung Freibad zugebilligt. Zugleich macht aber das Gesundheitsamt der Region von einer technischen Sanierung die weitere Betriebserlaubnis des Bades abhängig. Das von der Stadt in Auftrag gegebene Konzept wird nun in den Fraktionen beraten.

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Von Kerstin Siegmund

Politiker und Nutzer sind skeptisch

Die Nutzer des städtischen Bades an der Hansastraße sind vom Sanierungskonzept nur teilweise überzeugt. 15 Bürger haben sich am Mittwochabend die Pläne angehört. Das separate Kinderbecken finden sie gut, die Verkleinerung des Schwimmbeckens betrachten sie mit Skepsis. „Bei einer kleineren Wasserfläche wird es schwierig, höhere Besucherzahlen zu erreichen“, sagte die DLRG-Vorsitzende Christa Kuck-Meens. Die künftige Wassertiefe von 1,80 Meter sei grundsätzlich besser als die vorhandenen 1,50 Meter, sagte DLRG-Mitglied Christine Tröster-Rutzen. Bisher könnten wegen der Wassertiefe keine bronzenen und silbernen Schwimmabzeichen abgelegt werden. Ein Manko angesichts der gesellschaftlichen Notwendigkeit, Kindern und Erwachsenen das Schwimmenlernen im heimischen Bad zu ermöglichen, meint Tröster-Rutzen. Statt eines Sprungbretts soll es nach der Sanierung Startblöcke als Absprunghilfe für die Schwimmer geben.

Nicht nur Nutzer äußerten sich skeptisch. Einige Politiker sind besorgt wegen der hohen Kosten und der zugleich verringerten Wasserfläche. „Ich habe mir zwölf Bäder angeschaut. Der Plan für unser Freibad wird keine höheren Besucherzahlen bringen“, sagte Thomas Hüper (CDU). Jens Williges (Grüne) lässt die finanziellen Einwände nicht gelten. Die Freizeiteinrichtung sei unbedingt notwendig, auch wegen der Flüchtlinge, „denen wir Aufenthaltsflächen bieten müssen“, sagte der Ratsherr. „Wir sollten uns fragen, was uns das Bad wert ist.“

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