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Schelte wegen Politik in Schülerzeitung

Benthe Schelte wegen Politik in Schülerzeitung

Die neue Schülerzeitung der Grundschule Benthe macht Ärger. Ortsratsherr Gerald Müller (CDU) ist sauer, weil auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe über den Besuch eines grünen Bundestagsabgeordneten berichtet wird.

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Parteipolitik gehört nicht in die Schülerzeitung, meint die CDU.

Quelle: privat

Ronnenberg. Der Christdemokrat brachte seine Kritik am Dienstagabend in der Ortsratssitzung vor. „Ich finde eine Schülerzeitung grundsätzlich gut, aber Parteipolitik gehört dort nicht hinein“, sagte Müller.

Die Schelte richtete sich an seine Ortsratskollegin Lisa Maack (Bündnis 90/Die Grünen). Sie betreut den Jugendbauwagen in Benthe und initiierte dort das Projekt gemeinsam mit drei Schülerinnen, die den Bauwagen besuchen. Maack wies Müllers Kritik wegen der politischen Berichterstattung zurück. „Die Idee stammt von den drei Mädchen“, sagte sie. „Ich hatte nichts anderes im Sinn, als den Kindern zu helfen“, sagte die Bentherin. Das Projekt Schülerzeitung habe sie per E-Mail den Ortsratsmitgliedern vorgestellt. „Ich habe aber nur von Michael Kühn (Grüne/Anm. der Red.) eine Antwort erhalten“, berichtete Maack.

Die Schülerzeitung war Thema im Ortsrat, weil Maack das Gremium um die Übernahme der Druckkosten gebeten hatte. Auch damit ist Müller nicht einverstanden. Es gehe ihm nicht um 40 Euro, sondern um eine bessere Absprache zwischen Maack und den Ortsratskollegen. „Ein Bürger würde das Heft kostenlos vervielfältigen“, sagte Müller. Diese Chance sei vertan, weil die Schülerzeitung bereits gedruckt worden sei.

Trotz des Disputs sprach sich der Ortsrat dafür aus, die Druckkosten einmalig zu bezahlen. Für weitere Aktionen erhält der Jugendbauwagen 100 Euro aus Ortsratsmitteln.

Kommentar: die Wirkung unterschätzt

Schade, dass ein gutes Projekt wie die Schülerzeitung einen schlechten Start erhält. Lisa Maack hat die Wirkung des Berichts auf der Titelseite über den Besuch ihres Parteifreundes Sven-Christian Kindler offensichtlich unterschätzt.

Dabei ist ihre Absicht grundsätzlich gut, Kinder an Politik heranzuführen und bei ihnen frühzeitig ein Bewusstsein für das Gemeinwesen zu wecken. Die Bentherin hätte aufgrund ihrer im Ortsrat gesammelten Erfahrungen eigentlich wissen müssen, dass die parteipolitischen Befindlichkeiten umso größer sind, je kleiner der Ort ist.
Die CDU wird sich wieder beruhigen. Das beweist die Tatsache, dass dem Jugendbauwagen finanzielle Unterstützung nicht verwehrt wird. Zudem haben die Benther, die sich auf die Aufnahme von 20 Flüchtlingen vorbereiten, Wichtigeres zu tun. 

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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