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Kirchenschließung überschattet Patronatsfest

Empelde Kirchenschließung überschattet Patronatsfest

Der Abschied rückt näher: 27 Tage vor der Schließung der katholischen Kirche in Empelde haben rund 150 Mitglieder der Gemeinde Heilige Familie noch einmal vor der Entweihung des Gotteshauses ihr Patronatsfest gefeiert. Trotz Standortaufgabe ist unter den Gläubigen auch Aufbruchstimmung zu spüren.

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Noch einmal volle Kirchenbänke: Im katholischen Gotteshaus an der Berliner Straße in Empelde feiern rund 150 Gläubige mit Pfarrer Klemens Teichert das letzte Patronatsfest vor der Entweihung sowie dem Verkauf und Abriss des Gebäudes.

Quelle: Ingo Rodriguez

Empelde. Noch einmal volle Kirchenbänke, kein freier Sitzplatz: Von all der Wut und Enttäuschung der vergangenen Monate war in der festlich geschmückten Kirche beim Gottesdienst anlässlich des Patronatsfestes auf dem ersten Blick nichts zu spüren: der Altarraum in warmes Licht getaucht, dazu Weihrauch, Posaunen- und Orgelklänge, Gesang, lächelnde Menschen - eine besinnliche Atmosphäre.

Trotzdem: Zumindest die Predigt war inhaltlich geprägt von dem, was wegen der Sparzwänge des Bistums Hildesheim unvermeidlich bevorsteht: Die Kirche Heilige Familie an der Berliner Straße wird am 22. Januar von Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger profaniert. Nach der Entweihung und dem Verkauf will die Stadt das Gebäude vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft anmieten, anschließend soll das 55 Jahre alte Haus abgerissen werden. Ein Investor will dort Wohnhäuser errichten. "Deshalb liegt ein Schatten über unserem Fest", sagte Pfarrer Clemens Teichert.

Er rief aber zu Mut und Zuversicht auf, versuchte einmal mehr Aufbruchstimmung zu erzeugen: "Wir müssen neue Wege gehen", forderte Teichert. Denn: Die Gemeinde soll bestehen bleiben und ihre Gottesdienste künftig in der evangelischen Johanneskirche in Empelde feiern. "Für die Gastfreundschaft sind wir dankbar", sagte der Pfarrer. Er verglich die neue Situation mit den Ursprüngen der katholischen Gemeinde: Auch vor 60 Jahren seien in Empelde vor dem Bau der Kirche die Gottesdienste in einer Baracke des Flüchtlingslagers auf dem Gelände einer früheren Munitionsfabrik für viele Vertriebene eine neue Heimat gewesen. Er wolle nichts schön reden. Trotzdem rief Teichert die Gemeindemitglieder dazu auf, in der Johanneskirche weiter gemeinsam die Gottesdienste zu feiern und sich weiter ehrenamtlich zu engagieren.

Darauf hofft auch Gemeindeleiterin Christina Drewes. Bei ihr war nach dem Gottesdienst aber auch Wehmut zu hören: "Ich werde die schöne Akustik unserer Kirche vermissen", sagte sie. Drewes verwies auch noch einmal auf den Stellenwert des Standorts an der Berliner Straße. "Pro Tag zünden zehn bis 50 Gläubige in der Kirche eine Kerze an."

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