Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Mit dem Fotoapparat durch die neue Heimat

Empelde Mit dem Fotoapparat durch die neue Heimat

15 Schüler einer Sprachlernklasse der Marie-Curie-Schule werfen einen fotografischen Blick auf ihre neue Heimat. In einem Projekt mit dem hannoverschen Fotografen Uwe Stelter machen sie Bilder von sich und "ihrem" Ronnenberg. Die schönsten Bilder sind vom 10. Mai an in einer Ausstellung zu sehen.

Voriger Artikel
Region verhindert Osterfeuer in Ronnenberg
Nächster Artikel
Kurzer Weg für kleine Kicker

Fotograf Uwe Stelter erkundet gemeinsam mit 15 Schülern einer Sprachlernklasse die Umgebung der KGS - und macht zum Abschluss ein Gruppenbild.

Quelle: franz

Empelde. Bei bestem Fotowetter ist Uwe Stelter in seinem Element. "Achtet auf das Zusammenspiel von Licht und Schatten", ruft er seinen Schülern bei strahlendem Sonnenschein zu. "Und nehmt auch ruhig mal ein Detail aus der Nähe auf." Immer wieder zeigt der hannoversche Fotograf den Jugendlichen auf dem Display seiner eigenen Kamera, wie man die Umgebung richtig in Szene setzt. Und schon kurz darauf sind die Sprachlernschüler dabei, dem Profi nachzueifern.

Träger des Projektes "Click&Walk in Ronnenberg" ist der Verein "Willkommen in Ronnenberg", der sich der Unterstützung von Flüchtlingen verschrieben hat. "Wir haben einen Förderantrag an die Region gestellt und sind als eines von 14 Projekten ausgewählt worden", erklärt der Vereinsvorsitzende Rolf Hüper. Seit zwei Wochen versuchen die 15 Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren, die aus Afghanistan, Syrien, Griechenland, dem Irak, Polen und der Türkei stammen, ihre neue Heimat fotografisch festzuhalten.

Jeden Montag erkunden sie mit ihren Handys oder von der Schule gestellten Fotoapparaten die Umgebung. "Gesprochen wird dabei ausschließlich deutsch", sagt Hüper, der das als kleinen Beitrag zum Sprachlernunterricht wertet, den die Schüler in der KGS erhalten. "Es ist beeindruckend, wie schnell sie lernen, wie gut sie bereits nach zwei Wochen die Technik beherrschen und auch schon einen Blick für Bilder entwickelt haben."

Das sieht auch Daniela Weide so, die das Geschehen in direkter Umgebung der Marie-Curie-Schule mit einem Lächeln betrachtet. "Die Kinder müssen in diesem Projekt versuchen, die Sprachbarrieren zu überwinden", sagt die Klassenlehrerin. "Das ist mit dem Fotoapparat in der Hand natürlich viel interessanter als mit einem Deutschbuch." Weil einige der Jugendlichen bereits seit 15 Monaten in Deutschland sind, andere aber erst seit dem vergangenen Herbst, müssen sie mit einzelnen Schülern auf unterschiedlichem Niveau arbeiten. "Aber alle verstehen die wichtigsten Dinge im Unterricht schon sehr gut."

Stelter, der das Projekt entwickelt hat und es auch an anderen Standorten in der Region durchführt, erhofft sich für die Schüler aber auch über das Erlernen der Sprache hinaus einen besonderen Effekt. "Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen die Fotografie auch für ihre Kommunikation mit der Heimat nutzen", sagt er. Daher ermutigt der Fotograf die Schüler immer wieder, auch Selbstporträts vor schönen Kulissen zu machen, um diese später an die zum Teil in den Heimatländern verbliebenen Familien schicken zu können. "Dann sieht man viel besser, wie es hier tatsächlich aussieht", erklärt er - und ruft seine Schützlinge schnell noch zu einem Gruppenbild am See zusammen.

Die Ausstellung:

Der Höhepunkt der Projektes "Click&Walk in Ronnenberg" ist eine Ausstellung, in der die besten Bilder der 15 Sprachlernschüler ausgestellt werden sollen. Eröffnet wird die Ausstellung am 10. Mai in der "Magistrale" der Marie-Curie-Schule. Die Fotos sollen dort dauerhaft zu sehen sein und dadurch auch künftigen Sprachlernschülern als Motivation dienen. "Es ist toll, dass die Schüler sehen, dass ihre Arbeit gewürdigt wird", sagt Klassenlehrerin Daniela Weide. Daher sei auch ein Platz gewählt worden, den alle Schüler regelmäßig in den Pausen passieren würden. "Und wir nehmen dafür sogar andere Bilder von der Wand", verrät sie.

doc6u8r1azlewm218pqloz

Fotostrecke Ronnenberg: Mit dem Fotoapparat durch die neue Heimat

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wcsiol68fd7s3zsj9p
Wird das Freibad doch zum Hansabad?

Fotostrecke Ronnenberg: Wird das Freibad doch zum Hansabad?