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Sporthallen als Notunterkünfte nicht geeignet

Ronnenberg Sporthallen als Notunterkünfte nicht geeignet

Krisensitzung wegen neuer Flüchtlingsquote: Für die Stadt Ronnenberg wird es langsam eng. Bei der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber sind nahezu alle Kapazitäten ausgeschöpft. Möglicherweise müssen doch Notunterkünfte eingerichtet werden. Die Sporthallen und Gemeinschaftshäuser scheiden aber offenbar aus.

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Nur begrenzt Platz: Das ursprüngliche Hotel an der Felsenburg wird zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut, aber es fehlen spätestens im Januar zusätzliche Quartiere für bis zu 100 weitere Asylbewerber.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Neue Containermodule, Mietwohnungen, Immobilienkauf, Umbauten, Neubaupläne und sozialer Wohnungsbau - trotzdem: Offenbar muss die Stadt Ronnenberg bei der Unterbringung der Flüchtlinge schon bald die Notbremse ziehen.

In einer nicht öffentlichen Sondersitzung hat der Verwaltungsausschuss der Stadt am Montagabend verschiedene Szenarien für weiterhin sehr schnell steigende Asylbewerberzahlen entworfen. Und offenbar werden jetzt auch verschiedene Möglichkeiten geprüft, um kurzfristig Notunterkünfte einzurichten. Glück im Unglück: "Unsere Sporthallen in Benthe, Empelde und Weetzen scheiden aus, weil sie für den Schulunterricht benötigt werden. In den Gemeinschaftshäusern fehlen Duschen", sagte Bürgermeisterin Stephanie Harms gestern auf Nachfrage.

Sie fasste noch einmal die Ausgangslage und die Ergebnisse der Sondersitzung im Rathaus zusammen: "Wir werden in den nächsten fünf Monaten mindestens 160 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen müssen", sagte die Bürgermeisterin. Bislang seien zehn bis zwölf neue Asylbewerber pro Monat gekommen. "Diese Zahl erwarten wir jetzt durchschnittlich pro Woche", sagte Harms.

In den Fraktionen sollen nun verschiedene Möglichkeiten für die Einrichtung von Notunterkünften geprüft werden. Anschließend soll die Öffentlichkeit informiert werden. Denn: "Wenn morgen auf einmal 50 Flüchtlinge bei uns ankommen, wissen wir nicht, wohin mit ihnen", beschrieb Harms auch noch einmal den Grund für die Sondersitzung. Es sei notwendig gewesen, sich einmal außerhalb der Fachausschüsse ausschließlich der Flüchtlingsproblematik anzunehmen.

Das Ergebnis: Schon im Januar kann es zu drastischen Engpässen kommen. Ab Oktober sollen laut Harms rund 30 Flüchtlinge in das umgebaute Hotel Felsenburg einziehen, die neuen Containermodule in Benthe bieten ab Dezember Platz für 25 bis 30 Asylsuchende. Bis Ende Januar werden dann jedoch noch weitere 100 Menschen aus Krisengebieten erwartet.

Das Problem: Der Mietmarkt ist völlig leer gefegt. Gebrauchte Container sind kaum lieferbar. Neue Container sind wegen bis zu achtmonatiger Lieferzeiten und steigender Preise ebenso wenig eine kurzfristige Lösung wie die beiden geplanten Neubauten in Empelde am Rathaus und am Seniorenheim Integra. Und: Für den geplanten sozialen Wohnungsbau am Ohefeld in Weetzen gibt es bislang noch nicht einmal einen Investoren. "Die möglichen Bauträger warten noch auf ein Wohnraumversorgungskonzept, um Fördermittel beantragen zu können", begründete Harms den schleichenden Prozess. Deshalb will die Stadt dieses Konzept noch in diesem Jahr fertig stellen.

"Mittelfristig sind wir gut aufgestellt, aber wir brauchen Objekte, um die kurzfristigen Unterbringungslücken abzupuffern", sagte Harms. Die Anforderungen an mögliche Gebäude: "Winterfest, Brandschutz, sanitäre Anlagen, schnell verfügbar", sagte Harms. Deshalb seien auch Wohnwagen oder Zelte keinerlei Option, betonte sie. Und: Viele Vorschläge aus den Reihen der Bevölkerung seien nicht umsetzbar, weil die leer stehenden Hallen bereits verkauft seien und die jeweiligen Investoren an einer Nutzung für Flüchtlingsunterbringung kein Interesse hätten.

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