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Austausch soll besser werden

Ronnenberg Austausch soll besser werden

Derzeit leben im Stadtgebiet 397 Flüchtlinge, etwa 165 sollen bis Ende März noch kommen. Auch die ehrenamtlichen Integrationshelfer werden dadurch vor eine große Herausforderung gestellt. Sie haben sich mit der Stadt auf einen regelmäßigen und effizienteren Austausch geeinigt.

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Ronnenbergs Integrationshelfer und die Stadt haben sich beim gemeinsamen Treffen in Empelde darauf geeinigt, sich öfter und effizienter auszutauschen. Mit dabei waren Volkmar Heine (von links), Bürgermeisterin Stephanie Harms, Adrienne Carstens vom städtischen Team Soziales, Peter Grüneberg vom städtischen Team Asyl und Integration, Evelin Vogt-Rosemeyer, Koordinatorin Sabine Freitag, Dr. Christa Hüper, Shirin von Kossak, Robert Plattner und Hermann Kramer.

Quelle: Nils Oehlschläger

Empelde. Die Stadt und die ehrenamtlichen Integrationshelfer wollen öfter und effizienter miteinander sprechen. Darauf einigten sich Vertreter der Stadt und der Arbeitskreise Willkommen aus dem Ronnenberger Stadtgebiet am Donnerstagabend bei einem gemeinsamen Treffen. Dies soll in verschiedener Weise geschehen.

Zum einen wolle man in regelmäßigen Abständen von vier bis sechs Wochen zusammenkommen, um über die Bedürfnisse der ehrenamtlichen Integrationshelfer zu sprechen. „Daran, dass es gestern zwei Stunden gedauert hat, sieht man, dass sich Fragen aufgestaut haben“, sagt Bürgermeisterin Stephanie Harms, die ebenfalls an dem Treffen im Empelder Familienzentrum teilgenommen hatte.

Zuständigkeiten geklärt

Auch wurden feste Ansprechpartner auf beiden Seiten festgelegt. Um bei Anfragen an die Stadt Dopplungen zu vermeiden, würden Anliegen der Ehrenamtlichen nun jeweils bei einem Sprecher der Willkommenskreise gesammelt und an die Stadt vermittelt. Auf Seiten der Stadt wurde Adrienne Carstens vom städtischen Team für Soziales als Ansprechpartnerin der Arbeitskreise auserkoren. Peter Grüneberg von Team Asyl und Integration soll die gesammelten Anliegen der ehrenamtlichen Sprachförderer behandeln.

Der Frage, inwiefern in den Ronnenberger Unterkünften kabelloses Internet zur Verfügung stehen soll, will in den kommenden Tagen Teamleiterin Carstens nachgehen. „Die Flüchtlinge haben teilweise recht hohe Handykosten, weil die sich immer Karten kaufen“, sagt die kirchliche Koordinatorin für Flüchtlingsarbeit, Sabine Freitag. „Mit Wlan wäre es natürlich günstiger oder die könnten auch mal Skypen.“ Jedoch dürfe der Gleichbehandlungsgrundsatz der Flüchtlinge nicht missachtet werden. Beim nächsten Treffen am Mittwoch, 9. März, soll dann über ein potenzielles Patenschaftsprojekt gesprochen werden. Dabei sollen Flüchtlinge von Freiwilligen individuell betreut werden können.

165 kommen bis März

Beim Treffen im März soll zudem thematisiert werden, wie die weiteren 165 Flüchtlinge, die bis Ende jenen Monats aufgenommen werden müssen, integriert und betreut werden können. Für Bürgermeisterin Harms stellt sich neben der Frage nach Integration auch die, wo die Flüchtlinge untergebracht werden können. Auf dem Festplatz in Empelde hätten bis Ende Januar fünf Container Platz für insgesamt 100 Menschen bieten sollen, sagt Harms. Diese stehen jedoch noch nicht bereit. „Wir hoffen, dass die erste Einheit für 20 Personen im Februar bezogen werden kann“, sagt die Bürgermeisterin. Ansonsten sei die Stadt gut im Plan. Neben potenziellen Notunterkünften im früheren Gasthaus Lüerßen in Weetzen und der ehemaligen katholischen Kirche in Empelde habe man noch drei Mietwohnungen im Auge, sagt Harms. „Wenn die klappen, können wir durchatmen“, sagt sie. „Wenn die nicht klappen, müssen wir ordentlich rotieren.“

Bürgermeister treffen Polizeipräsident Kluwe

Seit der Vorfälle in der Silvesternacht wird die Flüchtlingsdebatte bundesweit kritischer geführt. Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms sei jedoch schon im Vorfeld von Bürgern auf deren Ängste im Zusammenhang mit den Flüchtlingen angesprochen worden. „Nur sie hatten sich bisher nicht getraut, das öffentlich zu machen, was sie jetzt aber machen“, sagt die Bürgermeisterin.

Ängste zu haben, bedeute nicht, gegen Flüchtlinge zu sein, betont sie. Um der Frage nachzugehen, wie ein funktionierendes Miteinander gewährleistet werden könne, hätten sich am Donnerstag die Bürgermeister aus dem Gebiet des Polizeikommissariats Ronnenberg mit Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe getroffen. Dazu zählen Ronnenberg, Gehrden, Hemmingen, Wennigsen und Pattensen.

Dort sei unter anderem über Polizeipräsenz, Kriminalstatistiken und geplante Gemeinschaftsunterkünfte gesprochen worden, sagt Harms. Den Stimmungswechsel in der Bevölkerung würden ihren Erkenntnissen zufolge auch die Flüchtlinge mitbekommen. Die Reaktionen würden dabei unterschiedlich ausfallen. „Manche verstehen das und manche verstehen das eben weniger“, sagt die Bürgermeisterin.

Von Nils Oehlschläger

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