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Eine neue Chance für Tempo 30?

Linderte Eine neue Chance für Tempo 30?

Nach den derzeitigen Kriterien, die für eine Tempo-30-Zone auf Landesstraßen erfüllt werden müssen, ist eine entsprechende Regelung auf der Holtenser Straße unwahrscheinlich. Die Stadt will nun über einen anderen Weg zum Ziel kommen: durch die Teilnahme an einem Modellprojekt der Landesregierung.

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Geht es nach der Stadtverwaltung, soll die Holtenser Straße in Linderte Teil des Modellprojektes "Tempo 30 auf Hauptstraßen" werden.

Quelle: Marcel Sacha

Linderte. Das Niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium will durch das Projekt "Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen" prüfen, inwieweit sich die reduzierte Geschwindigkeit auf Verkehrssicherheit, Lärm und Luftverschmutzung auswirkt. "Wir werfen unseren Hut in den Ring", sagt Bürgermeisterin Stephanie Harms.

Städte aus ganz Niedersachsen können sich für die Teilnahme bewerben. Dafür müssen jedoch mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. "Wir wissen, dass das in Linderte nicht der Fall ist", sagt Harms. Zu den Auswahlkriterien gehören unter anderem die Verkehrsfrequenz auf dem jeweiligen Streckenabschnitt sowie die Anwohnerdichte. Sie setze jedoch auf Aussagen des Niedersächsischen Verkehrsministers Olaf Lies (SPD). Schließlich habe er bei seinem Besuch in Linderte Ende August die Stadt ausdrücklich ermutigt, sich für das Tempo-30-Projekt anzumelden. "Darauf werden wir in unserem Bewerbungsschreiben selbstverständlich eingehen", sagt die Bürgermeisterin.

Eine Entscheidung darüber, welche Städte und Gemeinden den Zuschlag bekommen, soll im nächsten Jahr fallen. Fraglich ist allerdings, ob Lies dann noch das Verkehrsministerium leiten wird. Eine Neuauflage einer rot-grünen Regierung gilt aktuellen Wahlumfragen zufolge zumindest als unwahrscheinlich. Ronnenbergs Bürgermeisterin sieht darin jedoch eine eher zweitrangige Frage. Bei einem neuen Minister würde die Stadt sich ihren Worten nach einfach auf die Aussagen des Vorgängers beziehen. Darüber hinaus ist sich Harms sicher, auf die Unterstützung des oder der Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis bauen zu können. "Die Tempo-30-Forderung auf der Holtenser Straße ist schließlich ein parteiübergreifendes Projekt", sagt sie.

Daher mache sie sich auch keine Gedanken über eine mögliche Verweigerung des Stadtrates, der einer möglichen Teilnahme im Vorfeld zustimmen muss. Ein entsprechender Beschluss soll in der Sitzung im Dezember getroffen werden, um die Bewerbung fristgerecht zum 31. Januar einreichen zu können.

Städtetag fordert mehr Flexibilität

Dass über den regulären Weg die Geschwindigkeit auf der Holtenser Straße derzeit voraussichtlich nicht reduziert werden kann, liegt aus Sicht der Ronnenberger Verwaltung und der Politik an den ihrer Meinung nach zu hohen gesetzlichen Hürden. Auch der Niedersächsische Städtetag hat seine Kritik daran zum Ausdruck gebracht. Zu dessen am Dienstag veröffentlichten Forderungen an die zukünftige Landesregierung gehört unter anderem der Wunsch nach größeren Spielräumen für die Einführung von Tempo-30-Zonen.

Das "Modellprojekt Tempo 30 auf Hauptstraßen"

Das Projekt wurde unter der Federführung des Verkehrsministeriums initiiert. Ziel ist es, die Auswirkungen der innerörtlichen Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer an Hauptverkehrsstraßen umfassend auszuwerten. Dazu gehören vor allem Aspekte der Luftreinhaltung, des Lärmschutzes sowie der Verkehrssicherheit. Daneben sollen auch die Akzeptanz der Geschwindigkeitsreduzierung, Auswirkungen auf den Fuß- und Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr untersucht werden. Um verlässliche Daten zu erhalten, sollen sowohl Groß- als auch Kleinstädte sowie Ortschaften berücksichtigt werden. Der Beginn des Projekts ist für 2018 vorgesehen und soll sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken.

Von Marcel Sacha

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