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Stadt will Wurzelschäden eindämmen

Ronnenberg Stadt will Wurzelschäden eindämmen

Weil im Stadtgebiet an vielen Stellen Straßenbäume wegen ihres auswuchernden Wurzelwerks immer mehr Schäden an Fahrbahnen und Grundstücken verursachen, soll ein langfristiges Austausch- und Sanierungsprogramm aufgestellt werden.

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Silvia Scholl und Detlef Ehrike zeigen Schäden im Pflaster.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Der Weidenweg im Stadtkern ist nur einer von vielen Problemstandorten. Für die Anwohner des Wohngebiets ist das aber nur ein schwacher Trost: Mächtige Baumkronen und unübersehbare Wurzelschäden sind ein ständiges Gesprächsthema in der Nachbarschaft.

Aufgeplatzte Betonschalen rund um die Straßenbäume und Bodenwellen in der Bepflasterung sind für die Anwohner aber nur ein kleineres Problem. Bei Detlef Ehrike haben Ausläufer der Robinienwurzeln sogar schon eine Pumpe der Drainage vor seinem Grundstück beschädigt. „Verstopft, außer Betrieb, das hätte fast zu einer Überschwemmung im Keller geführt“, sagt er. Um zu beweisen, dass die Straßenbäume den Schaden verursacht haben, hat Ehrike ein Stück des gefundenen Wurzelwerks einem Gutachter vorgelegt: „Robinie“ - so lautete das eindeutige Urteil. „Das habe ich schriftlich“, sagt der Anwohner.

Auch Nachbarin Silvia Scholl kennt die Kraft der Bäume. „Es ist doch bekannt, dass diese Triebe bis zu 100 Meter weit reichen“, sagt sie. Es sei keine Seltenheit, dass sie auf ihrem Grundstück - in einem Seitenarm des Weidenwegs - auf Wurzelwerk der Robinien stoße. „Und uns macht das viele Laub der überdimensionalen Bäume zu schaffen.“ Einer Frau aus der Nachbarschaft ist das offenbar auch bekannt. „Tut sich endlich was?“, fragt sie, als sie die Gesprächsgruppe vor einem der Bäume sieht. Das sei das Problem, antwortet Scholl. „Vor drei Jahren wurde uns von der Stadt zugesagt, dass die Bäume entfernt werden - passiert ist aber nichts“, sagt sie.

Jetzt kommt jedoch Bewegung in die Sache: „Es ist eine Tatsache, dass vor etlichen Jahren quer durch das gesamte Stadtgebiet Bäume im Straßenraum platziert wurden, die völlig ungeeignet sind“, räumt der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler ein. Wegen der Straßenschäden und wegen der Auswirkungen auf Privatgrundstücke habe die Stadt bislang meist nur bei Sicherheitsgefährdungen und in Einzelfällen reagiert. „An der Normannischen Straße wurde der ganze Straßenraum umgestaltet.“

Die Stadt sieht aber steigenden Handlungsdruck. „Allein schon wegen zivilrechtlicher Schadenersatzansprüche“, sagt Zehler. Den politischen Gremien soll deshalb ein Vorschlag unterbreitet werden: Ein langfristiges Jahresprogramm mit Prioritätenliste - ab 2016. Das Ziel: Schädliche Bäume beseitigen, austauschen oder auch Pflanzscheiben vergrößern. „Prägende Bäume müssen aber erhalten werden“, sagt Zehler.

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