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Stadtkern soll lebendig bleiben

Ronnenberg Stadtkern soll lebendig bleiben

Ronnenberg wird zur reinen Schlafstadt. Das befürchtet der Heimatbund, weil im Ortskern eine Eisdiele und eine frühere Werkstatt einer Wohnbebauung weichen müssen.

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Gerrit-Detlef Kühne (links) und Karl-Friedrich Seemann befürchten, dass mit dem Eiscafé ein beliebter Treffpunkt auf Dauer verschwindet.

Quelle: Carsten Fricke

Ronnenberg. Der geplante Bau von Wohnhäusern auf einem Grundstück an der Straße Über den Beeken/Lange Reihe ist nicht der Grund für die Kritik des Heimatbund-Vorsitzenden Karl-Friedrich Seemann und seines Stellvertreters Gerrit-Detlef Kühne. „Ich habe nichts dagegen, das hier Wohnhäuser hinkommen“, sagt Seemann. Doch bisher sei das Grundstück, das der bisherige Eigentümer vor einigen Monaten verkaufte, mit dem Eiscafé Dolomiti und einer früheren Werkstatt im Nachbarhaus zu 80 Prozent gewerblich genutzt worden.

Ein Mix aus Wohnen und Geschäften sollte erhalten bleiben, meint Seemann. Die Stadt sollte sich beim Investor des Neubauprojekts dafür einsetzen, dass dort wieder ein Eiscafé, eine Weinstube oder ähnliches integriert wird. „Wir wollen einen Ort erhalten, an dem man sich trifft“, sagt Seemann. „Das Eiscafé ist ein Kleinod. Ich sehe hier immer Leute sitzen“, beschreibt Kühne den Stellenwert des kleinen Lokals. Mit einer reinen Wohnbebauung werde ein Stück vorhandener Infrastruktur und ein beliebter Treffpunkt in Ronnenbergs Mittelpunkt zerstört.

Insgesamt fehle es an einer Bauleitplanung, die übergeordnet auf den Erhalt und die Schaffung eines attraktiven Angebot im Stadtkern abzielt, kritisiert Seemann. „Sonst wird Ronnenberg zur Schlafstadt“, sagt er.

„Die Vorstellungen der Verwaltung sind nicht weit entfernt von denen des Heimatbundes“, betont der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler. „Ein Angebot, das dort belebend wirkt, ist auch Ziel und Wunsch der Stadt“, sagt er. Es gebe durchaus einen Rahmenplan für die Stadtentwicklung, in dem belebende Elemente wie Einkaufs- und Dienstleistungsangebote sowie gastronomische und kulturelle Angebote berücksichtigt werden.

„Wir können uns sehr gut vorstellen, dass dort ein Wohn- und Geschäftshaus steht“, sagt Zehler. In dieser Richtung werde die Stadt den Käufer beraten und sich im Rahmen des Planungsrechts und der Planungshoheit in Abwägung zum Eigentums- und Baurecht einbringen. Mit dem neuen Eigentümer habe es bisher nur ein Treffen gegeben. Noch liege der Verwaltung kein Konzept für das Grundstück vor. Zudem seien Gespräche mit Eiscafé-Betreiber Leo Scarzanella geführt worden. „Wir haben ihm Hilfe bei der Suche nach Ausweichmöglichkeiten angeboten“, sagt Zehler.

„Ich hätte gern weitergemacht, aber nur an dieser Stelle“, sagt Scarzanella, der das Eiscafé seit 1972 an der Langen Reihe betreibt. Die Kündigung zum 1. Dezember 2015 sei für ihn nach dem Verkauf des Grundstücks nicht überraschend gekommen. Anderswo wolle er auch aus Altersgründen jedoch nicht neu eröffnen.

Ob er ein Café in einem Neubau am alten Standort betreiben würde, ließ er offen. „Das kommt auf das Angebot an“, sagt der gebürtige Italiener.

Von Carsten Fricke

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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