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Toller "Napola"-Abschluss in 100 Metern Höhe

Empelde/Gehrden Toller "Napola"-Abschluss in 100 Metern Höhe

Die Theaterschüler des Gehrdener Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) haben ihr Stück "Napola" ein letztes Mal aufgeführt - auf der Bergbühne in Empelde vor 400 Zuschauern.

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Diese Mutprobe fällt Friedrich (Jan Niclas Lietzow) nicht leicht.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Empelde/Gehrden. "Männer machen Geschichte. Aber wir machen die Männer. Wir nehmen uns Eurer an und werden den glitzernden Rohdiamanten in Euch solange schleifen, bis daraus ein funkelnder Edelstein geworden ist." Die flammende Begrüßungsrede des Schulleiters (gespielt von Lea Hagedorn) hallt über die Bühne. Zum ersten Mal sind 45 Schüler des Gehrdener Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) auf der Bergbühne zu Gast gewesen. Nach drei "Napola"-Aufführungen im Ballhof und in der MCG-Aula verabschiedeten sich die Theaterschüler aus zwei Kursen des Faches Darstellendes Spiel in 100 Metern Höhe über den Dächern von Empelde in die Winterpause. 400 Zuschauer ließen sich bei der letzten Aufführung der prämierten Inszenierung vom Regen nicht beirren und harrten bis zur letzten Minute aus.

Die Jugendlichen spielten nach Motiven des gleichnamigen Films von Dennis Gansel unter der Leitung von Ludger Deters, Natalie Bergmann und Sebastian Harms. Angelehnt an den gleichnamigen Film wird in dem Stück die Geschichte des 17-jährigen Friedrich (Jan Niclas Lietzow) erzählt. Weil der ziemlich gut boxt, wird er im Jahr 1942 in eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt, kurz Napola, aufgenommen. Von den Möglichkeiten, die ihm die Institution bietet, ist er begeistert. Seine Eltern (gespielt von Seraphine Schwandt und Maximilian Maurer) sind es indessen weniger. Der Vater bekommt an seinem Arbeitsplatz sogar Besuch von der Geheimen Staatspolizei. Auch seinem kleinen Bruder (Kai Schwiening) fällt der Abschied von Friedrich schwer, der die unmenschliche Ideologie schließlich zu hinterfragen beginnt, als er den sensiblen Gauleitersohn Albrecht (Jörn Kaiser) kennenlernt. Dabei merkt er rasch, dass im nationalsozialistischen Weltbild kein Platz für Schwache ist.

Das Publikum erlebte nach 90 Minuten ein beeindruckendes Ende: Alle Darsteller legten die Armbinden und Uniformen ab und sangen Hannes Waders Hymne gegen den Krieg und Militarismus: "Es ist an der Zeit". Einige Zuschauer stimmten in den Refrain "Und du hast ihnen alles gegeben: deine Kraft, deine Jugend, dein Leben" ein.

Spielleiter Deters zeigte sich nach den vier Aufführungen überglücklich. "Ich freue mich darüber, dass wir so großen Erfolg mit dem Stück hatten. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie sich die Schüler auf den Stoff einlassen und mit der Zeit über sich hinauswachsen."

In der Pause gratulierte die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth zu der gelungenen Aufführung. "Wie schaffen Sie es, die Schüler dahin zu bringen, wo sie heute stehen? Sie haben einen guten Blick für Ihre Darsteller", sagte Flachsbarth, die mit dem Besuch der Bergbühne ihre Sommertour startete.

Mit nicht enden wollendem Applaus wurden die Gymnasiasten am Ende verabschiedet.

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Von Heidi Rabenhorst

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