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Interesse am Ehrenamt fehlt

Ronnenberg Interesse am Ehrenamt fehlt

Udo Witt, Leiter und Gründer der Ronnenberger Freiwilligenagentur, geht nach sieben Jahren. Zu seiner Verabschiedung bekam er von Bürgermeisterin Stephanie Harms ihren Dank ausgesprochen. Eben diese kleine Aufmerksamkeit habe den Ehrenamtlichen in den vergangenen Jahren gefehlt, sagte Witt.

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Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms (l.) verabschiedet den langjährigen Leiter der Freiwilligenagentur, Udo Witt.

Quelle: Nils Oehlschläger

Ronnenberg. Sie wolle gar nicht die Stunden und Tage zählen, sagte Bürgermeisterin Stephanie Harms am Donnerstag im Rathaus. So viel Zeit habe Udo Witt als Leiter der Freiwilligenagentur aufgewendet. Sieben Jahre hat er die Vermittlung von ehrenamtlichen Helfern in Ronnenberg betreut, dabei rund 200 Beratungsgespräche geführt und bei etwa der Hälfte auch konkrete Vermittlungsangebote gemacht. Nun geht er aus persönlichen Gründen. „Unendlich viele Bürger sind dankbar, dass Sie das gemacht haben“, sagte Harms. „Und auch die Stadt dankt Ihnen.“

Damit bekam Witt als ehrenamtlicher Helfer zu seinem Abschied das, was in den vergangenen sieben Jahren oft auf der Strecke geblieben sei. „Was ich vermisst habe, ist das Interesse der Politik“, sagte Witt. Den Fachausschuss habe wenig interessiert, was in der Freiwilligenagentur geleistet wurde. „Das einfache Danke als Lob ist schon viel wert“, pflichtete ihm Birgit Sommerfeld, die das städtische Team für soziale Dienste leistet, bei. Sie hat die Beratung und Vermittlung von Menschen, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit interessieren, übernommen.

Die Idee für seine Initiative hat Witt aus der Zeitung. „Ich habe von einem derartigen Vorschlag der CDU gelesen.“ Er entwickelte ein Konzept und sprach mit verschiedenen Verbänden und Vereinen, bevor die Freiwilligenagentur 2008 ins Leben gerufen wurde. In Bereichen wie Flüchtlingshilfe wären die Leute kurzzeitig engagiert, viele wollten sich jedoch nicht langfristig verpflichten und flexibel bleiben, sagte Witt. Andere hätten ein Engagement in einer verantwortungsvollen Position ausgeschlossen. Dazu gebe es bereits viele Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen würden.

Laut Witt werde das Potential jedoch nicht ausgeschöpft. „Es tröpfelt mehr, als dass es fließt“, sagt er. Die Fragen, die sich die Gemeinde stellen solle, formuliert er klar. „Was passiert an ehrenamtlicher Arbeit in meiner Kommune? Wie kann man Kindern und Jugendlichen freiwilliges Engagement beibringen? Und wie kommen wir an die Leute, die sich engagieren wollen?“ Auf letztere glaubt Witt die Antwort zu kennen. „Das geht nur, indem man mit den Leuten spricht.“

Von Nils Oehlschläger

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