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Innerorts wird fast Tempo 100 erreicht

Ronnenberg Innerorts wird fast Tempo 100 erreicht

Gleich mehrere Fraktionen im Stadtrat haben sich derzeit dem Thema Tempo 30 verschrieben. In Empelde und Linderte sollen weitere Bereiche mit einem solchen Tempolimit versehen werden. Messergebnisse der Verwaltung zeigen: Mancher Autofahrer ist innerorts mit fast 100 Stundenkilometern unterwegs.

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Die Berliner Straße ist im neu gestalteten Bereich schurgerade, bietet aber an viele Stellen Querungsmöglichkeiten für Fußgänger.

Quelle: KRANZ

Ronnenberg. In Linderte wartet der Ortsrat weiterhin auf eine Antwort von Verkehrsminister Olaf Lies, der in Sachen Tempo 30 auf der Landesstraße Holtenser Straße-Poggenburg Anfang des Monats zu einer Ortsbesichtigung im Dorf war. Zusätzlich wollen die Bürgervertreter des Ortsteils eine Verkehrsmessung auf dem Lindenbrink, einer Regionsstraße, erreichen, wobei sie im Stadtrat Unterstützung von der CDU-geführten Gruppe 2 erhalten.

In Empelde ist man schon weiter. Dort setzen sich die Freien Wähler für ein Tempolimit in der Nenndorfer Straße und die Grünen für Tempo 30 in der Berliner Straße ein. Hier gab es bereits Verkehrszählungen, deren Ergebnisse dem Ausschuss für Stadtplanung vorgelegt wurden.

Hermann-Josef Mersch (CDU) mahnte zu Beginn der Diskussion ein Gesamtkonzept zum Tempo 30 im Stadtgebiet an. Warum über die Berliner Straße in Empelde, nicht aber über die Empelder Straße in Ronnenberg diskutiert werde, könne er nicht einsehen. Wolfgang Zehler stellte als Fachbereisleiter klar, das die Stadt in der Vergangenheit konsequent Tempo 30 eingeführt habe, wo es ihr als Straßenbaulastträger möglich war. Ein Plan sei dabei durchaus zu erkennen gewesen. Nun ginge es um Regionsstraßen, für die entsprechende Anträge gestellt worden seien.

Messungen seien an zwei Stellen der Nenndorfer und einer in der Berliner Straße "mit eigenen Mitteln" durchgeführt worden. Auf der Nenndorfer Straße, das ergeben die ermittelten Zahlen, wird stadteinwärts schneller gefahren als in Richtung Benthe. Im kurvigen Bereich rund um das Gasthaus Öhlers sind in Richtung Badenstedt 4,1 Prozent der täglich rund 5800 Fahrzeuge zu schnell gewesen, in die Gegenrichtung nur 0,21 Prozent, im Durchschnitt fuhren die Fahrzeuge 48 (33) Stundenkilometer schnell, wobei die schnellsten Raser 78 (63) Stundenkilometer erreichten.

Weiter stadtauswärts liegen die Spitzenwerte bereits bei 85 (78) Stundenkilometern. Von den rund 6700 Fahrzeugen fahren hier 10,56 (0,6) Prozent zu schnell, auch wenn der Durchschnittswert auch an dieser Stelle mit 49 (40) Stundenkilometern noch unter der Höchstgeschwindigkeit liegt.

Topwerte in allen Kategorien erzielt die Berliner Straße. Von täglich rund 9800 Fahrzeugen sind in Richtung Ronnenberg 6,77, in Richtung Badenstedt 11,8 Prozent zu zügig unterwegs. Durchschnittlich werden 47 (49) Stundenkilometer erreicht. Allerdings sind die Spitzenwerte alarmierend: Auf der schnurgeraden Straße hatte der Spitzenreiter in Richtung Ronnenberg mit Tempo 91 auf dem Tacho. Mit 99 Stundenkilometer hatte der schnellste Verkehrsteilnehmer in Richtung Badenstedt die zulässige Höchstgeschwindigkeit fast verdoppelt.

Dennoch scheiden sich beim Tempo 30 gerade für die im vergangenen Jahr umgestaltete Berliner Straße die Geister. Viele Querungsmöglichkeiten sind für die Grünen ein Faktor für Unübersichtlichkeit und die Notwendigkeit, das Tempo zu drosseln. Gegner sehen in der Tatsache, dass Fußgänger immer nur einen Fahrstreifen queren müssen, einen deutlichen Sicherheitsgewinn. Schüler der Marie-Curie-Schule könnten überdies sicher an einer Fußgängerampel die Straßenseite wechseln. 

Die Stadt will die ermittelten Zahlen nun als Grundlage für Gespräche mit der Region verwenden, sagte Zehler. Dabei soll auch schon der Lindenbrink in Linderte eine Rolle spielen.

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