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Die Stadt will den Bahnhof nicht haben

Ronnenberg Die Stadt will den Bahnhof nicht haben

Der alte Bahnhof an der Benther Straße soll am 9. Oktober versteigert werden. Das Mindestgebot liegt bei 12.000 Euro. Trotz des geringen Preises will die Stadt Ronnenberg das Gebäude nicht haben – obwohl sie dringend Wohnraum für Flüchtlinge benötigt. Die Bausubstanz ist denkbar schlecht.

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Den alten Bahnhof an der Benther Straße hat die Deutsche Bahn bisher nicht verkaufen können. Nun soll das Gebäude versteigert werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Dass der Bahnhof ein Ladenhüter ist und ihn die Deutsche Bahn als Eigentümer seit Jahren nicht los wird, weiß fast jeder Ronnenberger. Einige Anwohner geben die Hoffnung nicht auf, dass sich für das einst stattliche Gebäude doch noch eine angemessene Verwendung findet - und dann auch endlich das Umfeld ansehnlich hergerichtet wird.

Neue Hoffnung keimt auf, seitdem ein Auktionshaus in Berlin Ronnenbergs Bahnhof in seinen aktuellen Versteigerungskatalog aufgenommen hat. Für ein Mindestgebot von 12000 Euro kann das Gebäude mit rund 600 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche sowie etwa 900 Quadratmeter Grundstück den Eigentümer wechseln. Versteigerungstermin ist der 9. Oktober.

"Die Stadt sollte den Bahnhof kaufen und dort Flüchtlinge unterbringen", fordern  Anwohner. Wenn es für Asylsuchende nicht benötigt wird, könnte ein Jugendtreff daraus werden, lautet ein weiterer Vorschlag.

Davon hält die Stadtverwaltung nichts. Die Mitarbeiter mussten wegen der wilden Müllablagerungen, der Grafittischmierereien und der schlechten Zuwegung zum Bahnhofsgebäude schon oft Beschwerden der Bürger anhören. Diesen Zustand auf Kosten der Steuerzahler zu ändern und den Bahnhof zu erwerben, ist für die Stadt aber nicht die Option. "Davon haben wir schon vor Jahren Abstand genommen, weil die Bausubstanz abgängig ist", sagt der Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler.  Außerdem seien zu viele Unwägbarkeiten mit der Immobilie verbunden.  "Insgesamt stark sanierungsbedürftig", heißt es im Exposé über die Immobilie. "Das Gebäude zu kaufen haben wir intern verworfen", sagt Zehler.

Dass der Bahnhof keineswegs ein Schnäppchen ist, weiß auch die Eigentümerin. Laut Deutscher Bahn sind unter anderem die Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen veraltet. Zudem nutzt das Unternehmen im Gebäude etwa 80 Quadratmeter als Stellwerk-, Büro- und Sozialräume.

Die beste Zeit hat der Bahnhof an der Benther Straße schon lange hinter sich. Das 1908 eröffnete Gebäude diente rund 80 Jahre lang den Reisenden an der Bahnstrecke Hannover-Altenbeken als Wartehalle und Fahrkartenausgabe. Dieser Schalter wurde 1988 geschlossen. Der Niedergang des Bahnhofsgebäudes begann.
Dieser konnte auch nicht aufgehalten werden, als zur Weltausstellung Expo im Jahr 2000 der S-Bahnverkehr in der Region eingeführt und die Haltepunkte modernisiert wurden. Viele Bahnhofsgebäude, auch das in Ronnenberg, waren von diesem Aufschwung, den der Personenverkehr auf der Schiene nahm, ausgenommen. Am Gebäude wurden Fenster und Türen mit Brettern verschlossen. Anfangs ließ die Deutsche Bahn Farbschmierereien an den Außenwände überstreichen. Der Plan, den Bahnhof zu verkaufen, konnte das Unternehmen bisher nicht realisieren.

Von Kerstin Siegmund

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