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Weißer Ring hilft den Opfern

Ronnenberg Weißer Ring hilft den Opfern

Die Opfer von Kriminalität und Straftaten nicht allein lassen, sondern ihnen professionelle Hilfe anbieten: Diese Aufgabe erfüllt seit 40 Jahren die Organisation Weißer Ring. Im hannoverschen Umland sind zwölf Ehrenamtliche tätig und arbeiten eng mit der Polizei zusammen.

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Wollen noch enger zusammen arbeiten: Albert Porth (von links) und die Polizeibeamten Angela Mies und Christoph Badenhop.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. Die Aufgabe der Opferhelfer beginnt dort, wo die Möglichkeiten der Polizei erschöpft sind. "Bei einer Straftat sind wir da, aber dann gehen wir wieder weg und müssen die Opfer allein lassen", sagt Christoph Badenhop, Leiter des Polizeikommissariats Ronnenberg. Die Nachsorge bei Straftaten sei wichtig, aber nicht die vorrangige Aufgabe der Polizei, sagt der Polizeioberrat, der mit seinen Kollegen auch für Hemmingen, Gehrden und Wennigsen zuständig ist.

Die Polizei will künftig noch intensiver mit der Opferhilfsorganisation zusammenarbeiten. "Wir müssen den Weißen Ring stärker bekannt machen, auch bei den Kollegen", sagt Badenhop am Donnerstag bei einem Treffen mit Albert Porth aus Hemmingen, der die Außenstelle des Weißen Rings gemeinsam mit Manfred Henze aus Neustadt leitet.

Porth ist auf Werbetour für die Organisation, die 1976 von dem Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann (Aktenzeichen xy ungelöst) gegründet wurde und seit 1989 auch im hannoverschen Umland tätig ist. "Wir wollen auf die Opferrechte aufmerksam machen. Die Polizei soll verstärkt auf unsere Hilfemöglichkeiten hinweisen", begründet der IT-Professor im Ruhestand seine Initiative. Er verweist auf neue gesetzliche Bestimmungen, die seit Anfang dieses Jahres gelten. Opfer haben nun unter anderem einen Informationsanspruch auf Zeit und Ort der Hauptverhandlung, auf Schutz und Entschädigung sowie auf Dolmetscher- und Übersetzerangebote.

Die Hilfe des Weißen Rings kommt zunehmend Frauen zu Gute, die Opfer vom sexueller und häuslicher Gewalt sowie von Stalking geworden sind. Aber auch Menschen, in deren Wohnungen eingebrochen wurde, melden sich, weil sie nicht klar kommen mit den seelischen, oft traumatischen Folgen dieses Eingriffs in ihre Privatsphäre.

Etwa 140 Anrufe von Opfern nehmen die zwölf ehrenamtlichen Helfer im Jahr entgegen. "Es sind sehr lebenserfahrene, sozial engagierte Menschen. Hausfrauen sind dabei, aber auch pensionierte Polizeibeamte und Lehrer", sagt Porth.  Sieben Frauen und fünf Männer, professionell fortgebildet für die anspruchsvolle Aufgabe, sind Ansprechpartner für Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind und sich mit den Folgen allein gelassen fühlen. "Die Bandbreite reicht vom Handtaschendiebstahl bis zum Mord. Die Opfer kommen aus allen sozialen Schichten, auch aus den sogenannten höheren Kreisen", berichtet Porth. Sie erhalten nicht nur menschlichen Beistand, sondern auch Begleitung bei Behördengängen und Hilfe bei bürokratischen Hürden. "Viele von ihnen müssen Angst und Scheu überwinden", sagt Porth.

Der Weiße Ring ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Bundesweit sind rund 3200 Ehrenamtliche in 420 Außenstellen tätig. Der Opfernotruf lautet: 116 006. Mehr Informationen unter www.weisser-ring.de. Wer sich für eine Mitarbeit im Weißen Ring interessiert, meldet sich bei Albert Porth unter Telefon (05101) 58 42 02.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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