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Zu laut? Kneipe hat Probleme

Ronnenberg Zu laut? Kneipe hat Probleme

Wenn Gastwirt Harry Piel den Biergarten seiner Kneipe Zum alten Gericht öffnet, muss er dafür sorgen, dass Musik und Gäste nicht zu laut sind und dass auch die Ruhezeiten eingehalten werden. Anderenfalls droht Ärger – mit den Anwohnern, die sich gestört fühlen, aber auch mit den Behörden.

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Die Kneipe Zum Alten Gericht hat eine lange Tradition. Ihre bevorzugte Lage im historischen Ortskern an der Michaeliskirche bringt Probleme mit sich.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Harry Piel ist Gastronom mit Leib und Seele. Bevor er vor vier Jahren die Traditionskneipe in Sichtweite der Michaeliskirche übernahm, führte der ausgebildete Musiker viele Jahre Gaststuben in Empelde, zuletzt das Café Central an der Nenndorfer Straße. Dabei hat ihm seine Leidenschaft für gute Musik, als Schlagzeuger spielt er selbst in der Band Seven Oaks, schon häufig Ärger bereitet.

Anwohner fühlen sich vom Lärmpegel gestört und beschweren sich bei der Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter suchen deshalb immer wieder das Gespräch mit dem Gastwirt. So auch am Donnerstag, sozusagen vorbeugend für die Biergartenbewirtschaftung am morgigen Sonnabend. Ab 17 Uhr spielt dort die Band Seven Oaks, auch die Fußballspiele der zweiten Bundesliga werden übertragen. Mit zahlreichen Gästen ist zu rechnen.

Weil Piel im Internet für sein Kneipenprogramm wirbt, wissen auch die Anwohner, was auf sie zukommen könnte. „Einige sind sehr sensibel und fordern, dass die Zeiten eingehalten werden“, sagt der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler. Die Stadt ist Eigentümerin der Fläche vor der Kneipe und und hat dem Wirt dafür ein Sondernutzungsrecht eingeräumt. Die Genehmigung für die Außenbwirtschaftung gilt von 17 bis 20 Uhr. Wird diese Zeit deutlich überschritten oder ist die Musikanlage zu laut, ärgert das jene Anwohner, die ihre Ruhe haben wollen. Sie schalten die Behörden ein. Für die Überwachung der Lautstärke ist die Region zuständig.

Zehler äußert Verständnis für beide Seiten. „Wir sitzen doch alle gern mal draußen, auch nach 22 Uhr, aber ein Gastronom muss die gesetzlichen Vorgaben einhalten.“ Er appelliert an die gegenseitige Rücksichtnahme, weist aber auch darauf hin, dass sich Piels Kneipe in einer bevorzugten, fast konkurrenzlosen Lage befindet. „Das setzt voraus, dass gewisse Regeln eingehalten werden“, sagt der Fachbereichsleiter.

Livemusik oder Karaoke empfinden viele Kneipenbesucher als Bereicherung. „Wir sind die einzige Kneipe weit und breit mit so einem Angebot. Viele Gäste wären traurig, wenn es das nicht mehr gebe“, sagt Piel. Diese Einschätzung teilt auch Agnes Maaßberg, seit vier Jahren Chefin im Café Central in Empelde. Dort hatte Piel vor Jahren die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Maaßberg übernahm das Konzept und bietet einmal im Monat Musikveranstaltungen an.

Dabei hat sie ähnliche Probleme wie Harry Piel. „Wenn die Band länger spielt, dann kommt schon mal die Polizei. Deshalb achte ich darauf, dass ab 22 Uhr Fenster und Türen geschlossen sind und dass es ruhig ist“, sagt die Wirtin. Nach ihrer Einschätzung stört die Anwohner nicht unbedingt der Lärm aus der Kneipe. „Es gibt Leute, die einem das nicht gönnen. Die rufen auch die Polizei, wenn der Nachbar im Garten grillt“, sagt die Wirtin.Eine gewisse Enttäuschung ist ihr anzumerken. „Wir versuchen, etwas für den Ort zu tun, das wünschen sich auch unsere Gäste, aber es ist nicht so einfach.“

Unterstützung kommt von Gastwirt Hendrik Walde aus Ronnenberg. „Die Leute sollen doch froh sein, dass es Wirte wie Harry gibt, die für den Ort etwas tun. Sonst wäre hier doch so gut wie nichts los“, sagt Walde und ergänzt: „Ich würde gern auch mal um Mitternacht in Harrys Biergarten sitzen.“ Seine Lütt-Jever-Scheune liegt nur wenige Meter von Piels Kneipe entfernt. Walde hat dort keine Probleme mit den Anwohnern, trotz lauter Musik und Feiern bis in die Nacht. „Die Scheune ist von anderen Gebäuden sehr gut abgeschirmt."

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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