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Netzwerk soll Kindern 
gleiche Chancen bieten

Ronnenberg Netzwerk soll Kindern 
gleiche Chancen bieten

Im Stadtgebiet Ronnenberg werden bei den schulärztlichen Voruntersuchungen auffällig viele angehende Erstklässler registriert, die wegen Entwicklungsrückständen noch nicht den Anforderungen der Grundschule gerecht werden. Ein neues Netzwerk soll die Früherkennung verbessern und Hilfsangebote bekannter machen.

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Bürgermeisterin Stephanie Harms (von links), Erster Stadtrat Torsten Kölle, Kinderärztin Andrea Wünsch, Dezernent Erwin Jordan und Holger Nieberg von der Region stellen im Gemeinschaftshaus das neue Netzwerk vor.

Quelle: privat

Ronnenberg. Hintergrund des neuen Projekts ist der Sozialbericht der Region Hannover aus dem vergangenen Jahr. Laut Edith Pulz-Künzel aus dem Team Kinderbetreuung der Stadt Ronnenberg fallen demnach vor allem Kinder aus Empelde mit sprachlichen, motorischen und geistigen Entwicklungsrückständen auf. „Die betroffenen Jungen und Mädchen stammen meist aus sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten, haben oft alleinerziehende Eltern mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand, die Leistungen vom Jobcenter beziehen“, beschreibt Pulz-Künzel einen auffälligen Zusammenhang.

Die Stadt und die Region wollen diesen Missstand beenden und mit einem neuen Netzwerk allen Kindern gleiche Bildungschancen bieten. „Gemeinsam für Kinder“ – der Titel des Programms soll deutlich machen: Es werden Kräfte gebündelt. „Um betroffene Kinder und deren Eltern mit gezielter Förderung frühzeitig zu unterstützen“, nennt Pulz-Künzel das Ziel. Das Problem: Es seien zwar bereits viele Maßnahmen eingeleitet worden. „Es geht aber jetzt darum, Hilfsmöglichkeiten wie Sprachförderung, Logopädie, Ergotherapie oder medizinische Methoden so bekannt zu machen, dass sie möglichst viele Kinder und Eltern früh genug erreichen“, so Pulz-Künzel.

Der Startschuss für eine Werbekampagne ist jetzt bei einer Informationsveranstaltung im Gemeinschaftshaus Ronnenberg gefallen. Vor rund 40 Fachkräften und Ehrenamtlichen von öffentlichen, freien und kirchlichen Trägern der Jugendhilfe sowie aus den Bereichen Gesundheit und Kinderbetreuung stellten Vertreter einer Lenkungsgruppe Hilfsangebote und beteiligte Einrichtungen des Netzwerks vor – darunter die Stadt, die Diakonie, die Familien- und Erziehungsberatung, der Allgemeine Soziale Dienst, das Familienzentrum, die Jugendwerkstatt Roter Faden und Leiter von Eltern-Kind-Gruppen. Prävention vor Intervention: das ist der Leitgedanke des Netzwerks, das aus dem Koordinierungszentrum „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ der Region hervorgegangen ist.

„Schon jetzt wurden die Betreuungszeiten in allen Empelder Kindergärten um zwei Stunden verlängert, um die Jobperspektiven für Alleinerziehende und Förderbedingungen zu verbessern“, sagt Stefanie Hoffmann von der Stadt. Ein wichtiger Baustein sei auch ein neues Früherkennungssystem: In den Kitas laufen einheitliche Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren, bei denen spielerisch und regelmäßig motorische, sprachliche und geistige Fähigkeiten der Kinder überprüft werden – um Eltern frühzeitig auf Förderangebote hinzuweisen und Maßnahmen einzuleiten.

Das wichtigste Ziel des neuen Netzwerks: möglichst viele weitere Vereine, Organisationen und Einrichtungen erreichen. Es sei wichtig, ehrenamtliche Trainer, Übungsleiter, Betreuer und weitere Fachkräfte für die Früherkennung zu sensibilisieren und zu beteiligen, sagt Hoffmann.

Kinderbetreuung: Inkitaro besteht seit 25 Jahren

Es war vor einem Vierteljahrhundert im damaligen Landkreis Hannover noch ein neues Modell: Die Betreuung von Kindern mit und ohne zusätzlichen Förderbedarf – wie es heutzutage politisch korrekt formuliert wird – in einer gemeinsamen Einrichtung. Inzwischen besteht die Inkitaro – die Integrative Kindertagesstätte Ronnenberg – bereits seit 25 Jahren. Das Kita-Jubiläum und das fünfjährige Bestehen des Förderkreises werden heute auf dem Gelände am Wischacker in Empelde von 13 bis 17 Uhr mit einem Sommerfest gefeiert – mit Mitmachaktionen, Vorführungen, Kuchen und Gegrilltem.

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