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Was wird aus dem historischen Feuerwehrhaus?

Weetzen Was wird aus dem historischen Feuerwehrhaus?

Initiative für den Erhalt eines geschichtsträchtigen Gebäudes: Die Dorfgemeinschaft in Weetzen sorgt sich um die Zukunft des alten Feuerwehrgerätehauses an der Vörier Straße. Auch drei Jahre nach dem Tod des neuen Eigentümers sind die endgültigen Besitzverhältnisse ebenso ungeklärt wie eine mögliche Nachnutzung.

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Markanter Schlauchturm ohne Nachnutzung: Die Zukunft des historischen Feuerwehrhauses an der Vörier Straße in Weetzen ist zurzeit völlig ungewiss.

Quelle: Ingo Rodriguez

Weetzen. Für viele Dorfbewohner ist das 1927 errichtete Gerätehaus mit dem markanten Schlauchturm ein wichtiges Stück Ortsgeschichte - auch wenn der Umzug der Feuerwehr in einen modernen Neubau an der Münchhausenstraße bereits zehn Jahre zurück liegt. "Wir haben in Weetzen nur drei historisch-prägende Gebäude: den Bahnhof, die Kapelle und das alte Feuerwehrhaus", sagt Ortsbürgermeister Rüdiger Wilke. Deshalb wäre ein Erhalt des früheren Turmhauses der Einsatzabteilung im Sinne der Dorfgemeinschaft wichtig, meint der Ortsbürgermeister.

Die Bemühungen des Weetzener Vereins für Denkmalpflege kann Wilke deshalb nur begrüßen. Der Vorstand hatte kürzlich angekündigt, mit den derzeitigen Eigentümern Kontakt aufzunehmen und über möglicherweise notwendige Maßnahmen zum Erhalt des Gebäudes zu sprechen. Das Haus ist drei Jahre nach dem Tod des Gastwirts Wilfried Schieke im Besitz einer Erbengemeinschaft - bestehend aus mehreren Angehörigen des Gastronomen. Schieke hatte das ehemalige städtische Feuerwehrhaus nach dem Umzug der Einsatzabteilung für rund 52 500 von der Stadt Ronnenberg erworben.

Er wollte das Gebäude für sich selbst nach und nach zu einem Wohnhaus umbauen. "Neue Fenster hat er bereits eingebaut, die Einfahrt der früheren Fahrzeughalle wurde zugebaut, auf einer kleinen Freifläche steht jetzt eine Garage, und in den Schlauchturm wurden Etagen eingezogen", sagt der frühere Ortsbrandmeister Heinrich Beil, der inzwischen Vorsitzender der Feuerwehrfördervereins ist. Beil hatte nach dem Auszug der Feuerwehr ebenfalls überlegt, das alte Gerätehaus mit einigen ehemaligen Einsatzkräften aus der Altersabteilung für eine mögliche Nachnutzung zu erwerben. Seine Idee sei jedoch nicht auf genügend Interesse im Kreise möglicher Mitstreiter gestoßen. 2009 verkaufte die Stadt an den Gastronomen Schieke.

Drei Jahre nach dem Tod des Gastwirts sind die endgültigen Besitzverhältnisse innerhalb der Erbengemeinschaft des alten Gerätehauses immer noch ungeklärt. "Ich stehe mit den Besitzern in Kontakt, derzeit werden notariell die Eigentumsverhältnisse geprüft und festgelegt", sagt Andreas Lüerßen. Schieke war der langjährige Lebensgefährte und Geschäftspartner von Gertrud Lüerßen. Die Wirtin des gleichnamigen Gasthauses war 2013 nur fünf Wochen nach Schieke gestorben. Das Traditionslokal wurde inzwischen von Lüerßens Sohn Andreas an die Stadt als Unterkunft für Asylbewerber verkauft. Weil Schieke und Gertrud Lüerßen nicht verheiratet waren, wurde sein Besitz - darunter das Gerätehaus - auf mehrere Angehörige in seiner Familie aufgeteilt. Über mögliche Pläne für eine Nachnutzung ist noch nichts bekannt.

Das alte Gerätehaus: Unfallkasse legt den Turm still

Das alte Feuerwehrgerätehaus wurde 1927 entgegen ursprünglicher Pläne an der Vörier Straße errichtet. „Über die Geschichte des Hauses gibt es wenig Geschriebenes“, sagt der frühere Ortsbrandmeister Heinrich Beil. Aus der Dorfchronik weiß er: „Zunächst sollte es in der Nähe der Alten Kapelle an der Eulenflucht gebaut werden.“
Für Brandschutzdienst war das Backsteingebäude seit Jahren nicht mehr geeignet. 2001 hatte die Feuerwehrunfallkasse die Nutzung des Schlauchturms wegen Sicherheitsmängeln untersagt. Fünf Jahre später bezog die Feuerwehr einen Neubau an der Münchhausenstraße.

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Seit November 2006 ist die Einsatzabteilung der Ortsfeuerwehr in einem modernen Neubau an der Münchhausenstraße untergebracht.

Quelle: Ingo Rodriguez
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