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Zum Frieden in der Stadt beigetragen

Ronnenberg Zum Frieden in der Stadt beigetragen

Im Schiedsamt der Stadt Ronnenberg vollzieht sich ein Generationswechsel. Die langjährigen Streitschlichterinnen Herta Meyer und Anne Wetzel hören auf. Sie blicken auf eine ereignisreiche Zeit im Ehrenamt zurück.

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Albrecht Merkle (von links), Sabine Ottinger, Anne Wetzel und Herta Meyer.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. Zweige, die über den Zaun hängen, Laub, das aufs Nachbargrundstück fällt, Lärmbelästigungen und vermeintliche Beleidigungen: Es sind die klassischen Störfaktoren des menschlichen Miteinanders, mit denen Anne Wetzel und Herta Meyer zu tun haben. Und das seit Jahrzehnten. Anne Wetzel hat vor 26 Jahren mit dem Ehrenamt als Schiedsperson begonnen. Herta Meyer ist seit 20 Jahren dabei.

Nun legen beide zeitgleich das anspruchsvolle Ehrenamt nieder. Bürgermeisterin Stephanie Harms dankte den Schiedsleuten am Dienstagnachmittag mit anerkennenden Worten und Gutscheinen für einen – gemeinsamen? – Restaurantbesuch. „Sie haben zum Frieden in dieser Stadt beigetragen“, sagte Harms. Sie erinnerte daran, dass Wetzel und Meyer ein Ehrenamt ausübten, das man keineswegs „so nebenbei machen könne. Notwendig sind Zeit, Geduld, Lebenserfahrung, Engagement, Interesse für das Gemeinwohl, sagte die Bürgermeisterin.

Der Einsatz für Andere und das Interesse an einem friedlichen Miteinander sei stets ihre Motivation gewesen, berichteten die Schiedsfrauen. Ihre Geduld, aber auch Durchsetzungsvermögen ermöglichte den angemessenen Umgang mit den Ronnenbergern, die sich für ein Schiedsverfahren anmeldeten. Das geschieht keineswegs freiwillig. Vielmehr fordert die Staatsanwaltschaft dazu auf. „In Streitfällen ist ein Schiedsverfahren einer Zivilklage vorgeschaltet“, erläutert Anne Wetzel. Ablehnen können die Schiedspersonen die Fälle nicht, „aber ein Einigungswille der strittigen Parteien muss erkennbar sein“, sagt Wetzel. Häufig kam es aber erst gar nicht zu einem Verfahren. „Wir konnten das in zahlreichen Tür- und Angel-Gesprächen verhindern“, berichtet Meyer.

Eine gütliche Einigung sei mit der älteren Generation eher möglich als mit Jüngeren. „Die Alten sind einsichtiger. Die Jungen haben hohe Ansprüche, sind hartnäckiger und wollen mit einer Rechtschutzversicherung im Rücken gleich klagen“, ergänzt sie.

Die beiden neuen Schiedspersonen sind ausgebildete Mediatoren und wissen demzufolge, was im Ehrenamt auf sie zukommen könnte: Sabine Ottinger (47), Mutter von drei Kindern aus Empelde, arbeitet halbtags als Assistentin der Geschäftsführung in einer Firma in Benthe und ist die neue erste Schiedsperson. Ihr Stellvertreter Albrecht Merkle (50), gebürtiger Schwabe, Diplomingenieur für Elektrotechnik und Coach für Führungskräfte, lebt seit 25 Jahren in Empelde.

Der Rat der Stadt Ronnenberg hat Sabine Ottinger und Albrecht Merkle aus neun ernsthaften Bewerbern für das Schiedsamt ausgewählt. Dazu ist die Stadt gesetzlich verpflichtet. Sie muss eine Schiedsstelle einrichten. Unterstellt sind die Schiedspersonen aber dem zuständigen Amtsgericht Wennigsen. Dort sind Ottinger und Merkle am 22. Juni von Amtsgerichtsdirektor Michael Gerdes feierlich vereidigt worden.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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