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Altwerden bedeutet nicht gleich alt sein

Seelze Altwerden bedeutet nicht gleich alt sein

Mehr als ein Viertel der Einwohner Seelzes ist älter als 60 Jahre. 100 von ihnen verbrachten den Freitagabend im Alten Krug und sahen sich die bittersüße Revue „Mensch, Alter!“ an. Die Theaterinitiative Bühnensturm geht mit Humor und Tiefgang auf die letzte Lebensphase ein.

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Missgeschick: Die Kräutersoße am Jackenärmel ihres Partners (Martin-G. Kunze) verdirbt der Frau (Hanna Legatis) den Abend. Hönemann

Quelle: Treeske Hönemann

Seelze. Die Theaterinitiative Bühnensturm aus Hannover mit den Schauspielern Hanna Legatis und Martin-G. Kunze sowie dem Pianisten Uli Schmid, der sich nicht nur auf die Tasten beschränkte, zeigte eine flotte Collage rund um das Älterwerden, Altsein und das Lebensende.

Älterwerden bedeutet nicht gleich alt sein. Es kommt eben darauf an, was man daraus macht, welche Interessen man immer noch hat. Auf der Hut sein, was das Leben angeht, muss man aber selbst mit 70 Jahren noch. Und manche schöne oder traurige Nachricht ereilt einen auch im Rentenalter.

„Im Prater blüh’n wieder die Bäume“, „Born to Be Wild“, „Silver Ager“ oder die graue Endphase des Lebens? Tabledance oder die Zeit totschlagen als Rentner? Vieles ist möglich. Das Trio Bühnensturm zeigte in einer anrührenden, mitreißenden, trostlosen, deprimierenden oder traurigen Spielszene nach der anderen, was alles denkbar ist. Kann schon sein, dass der Partner sich abends im Bett noch einmal wünscht, seine Partnerin bloß zu sehen. Kann aber auch sein, dass eben jene Partnerin die leichte Demenz ihres Mannes nervt und ihr der Abend im Restaurant verdorben ist, weil der Aufschlag des Jackenärmels ihres Mannes zum wiederholten Mal in der Kräutersoße landet.

Solidarität der Generationen, Konsummacht, Arbeiten im Alter - das Trio griff viele Aspekte mit Witz, Humor, Tiefgang und Musik auf. Die Revue kam beim Publikum dank der schauspielerischen Leistungen gut an. Leider war „Mensch, Alter!“ nur ein Ausschnitt dessen, was einem im Alter blühen kann. Ausgespart wurden etwa körperliche Gebrechen, die die Freude am Leben vergällen können. Auch Altersarmut blieb außen vor. Ohne ein paar Euro im Portemonnaie kann man den Enkeln schwerlich etwas zustecken und auch die Zuzahlung zum Hörgerät nicht leisten. Da kann es einem dann schnell egal sein, ob im Prater die Bäume blühen.

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Von Redakteur Treeske Hönemann

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